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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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I. Die Heeresfinanzen

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der Beschaffung der Kriegsmittel eine große Bolle gespielthat: die Subsidienzahlung. Das war die Form, in derdie reichen Länder, namentlich Holland und England , zumgroßen Teil ihre Kriege geführt haben: sie unterstützten diegeldarmen Fürsten, namentlich Deutschlands , die ihre Schlachtenschlagen mußten. Es handelte sich oft um recht ansehnlicheBeträge, die für die Finanzen kleiner Staaten sehr ins Ge-wicht fielen. So empfing der Große Kurfürst in den Jahren167488 2 863 281 Tlr. 19 Gr. Subsidiengelder; Friedrich III. (I.)14 Mill. Tlr.; Friedrich M. erhielt während der Jahre 1758bis 1761 jährlich 670000 j£, also 13V2 Mill. Mk. von England 91 .In den zwei Jahrzehnten, die von den Kriegen mit Frank-reich ausgefüllt waren, von 17931814 zahlte England anfremde Potentaten nicht weniger als 46 289 459 j£, also fasteine Milliarde Mark Subsidiengelder aus 92 .

Die Bedeutung, die die Aufbringung der Kriegsmittel fürden Kapitalismus hatte, erblicke ich nun vornehmlich infolgendem:

1. wurde die Kapitalbildung durch sie gefördert.Das klingt paradox angesichts der Tatsachen, die wir obenuns vergegenwärtigt haben: daß nämlich der Steuerdruck unddie starke Inanspruchnahme des Kredits die Kapitalakkumula-tion gehindert haben. Und doch ist es wahr, daß die Be-schaffung der Kriegsmittel, während sie auf der einen Seitezweifellos die Vermögensbildung verlangsamte, auf der andernSeite sie beschleunigt hat und zwar gerade dort beschleunigthat, wo das Vermögen am ehesten Kapitalcharakter anzu-nehmen die Tendenz hat: durch die Steuererhebung ebensowie durch die Gewährung oder Vermittlung oder Übertragungdes öffentlichen Kredits sind viele Leute reich geworden,die ihren Reichtum dann entweder zur Befruchtung derIndustrie und des Handels verwandten oder aber durchSteigerung ihrer Luxusausgaben (wie ich das im ersten Band