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Zweites Kapitel: Der Unterhalt der Heere
dieser Studien nachzuweisen versucht habe) einen Anreizfür die Entfaltung des Kapitalismus schufen.
Mit anderen Worten: ein sehr beträchtlicher Teil desbürgerlichen Reichtums, der in dieser oder jener Form denKapitalismus schuf, entsteht im 16., 17. und 18. Jahrhundertdurch Steuerpacht (namentlich in Frankreich ) und Zins- undAgiogewinne an öffentlichen Anleihen (namentlich in Holland und England ).
Es würde mich von dem Zentrum dieser Untersuchungenzu sehr abführen, wollte ich im einzelnen verfolgen, wie sichdie Vermögensbildung auf diesen Wegen vollzogen hat. Ichgedenke dieses Problem in einem der folgenden Bände dieserStudien, der die Entstehung der Bourgeoisie zum Gegenstandhat, im Zusammenhänge abzuhandeln und begnüge mich des-halb hier damit, ein paar Ziffern anzuführen, die die Richtig-keit der eben aufgestellten Behauptung zu erweisen vermögen.
Sprichwörtlich war der Reichtum, war das rasche Reich-werden bei den französischen Traitants, bei den fermiersgönöraux.
Diderot fragte einen jungen Ehrgeizigen: „Savez-vouslire? — Oui. — Un peu calculer? — Oui. — Et vous voulezötre riche ä quelque prix que ce soit? — A peu prös. —Eh bien mon ami, faites-vous secrötaire d’un fermier gönöralet continuez dans cette voie“ 98 .
Zeitgenössische Urteile bestätigen zur Genüge, daß dieseWeisung Diderots richtig war. In einer Eingabe der Assem-blöe des Notables vom Jahre 1626 heißt es: „on les voit de-venir riches“ — nämlich die „officiers de finances“ usw. —„et opulents en peu d’annöes“ 9 *.
Ein Pamphletist schreibt 98 : „II ne suffit pas aux tröso-riers de gagner cent mille öcus en un an. Ils veulent faireleurs commis et partisans aussi riches qu’eux.“ „Cela fitbeaucoup de personnes extremement riches“, urteilt der be-sonnene und immer gut unterrichtete Gourville.