72 Zweites Kapitel: Der Unterhalt der Heere
die Zusammenballung einzelner Konsumakte, Einfluß ausübenkönnen. Es sind:
1. die Technik, die jeweils zur Herstellung eines be-stimmten Nutzeffektes die Zusammenfügung einer bestimmtenMenge von Stoff zu einem Gebrauchsgegenstande und dieAnwendung einer bestimmten Menge lebendiger Arbeit beider Zurichtung dieses Stoffes erheischt, somit also einenMindestbedarf an (Produktiv-) Gütern und Arbeitskräften zurHerstellung des Gegenstandes, an den die Ausführbarkeit destechnischen Prozesses gebunden ist, erzeugt. Eine Kugel vonbestimmtem Gewicht mittels der Explosivkraft des Pulversauf eine bestimmte Entfernung schleudern kann man nur,wenn man eine bestimmte Mindestmenge Eisen oder Bronzezu einem Bohre zusammenfügt, was selbst einen bestimmtenAufwand an lebendiger Arbeit erheischt und einen bestimmtenBedarf an Kohmaterialien erzeugt;
2. die Organisationsprinzipien. Ein Massenbedarf wirdoffenbar um so leichter entstehen, je stärker die Zentralisationin dem Ausrüstungswesen fortgeschritten ist.
Ein Massenbedarf entsteht aber auch um so eher — untersonst gleichen Umständen —, je größer die auszurüstendenHeere und Flotten sind, und je länger die Ausrüstungspflichtwährt; ferner: je häufiger und je länger die Kriege sind, jeweiter sich die Heereszüge und Flottenreisen von demVersorgungszentrum aus erstrecken; endlich: je höher dasUniformierungsprinzip bei der Bedarfsdeckung entwickelt ist.
Wenn ich nun im folgenden daran gehe, das in denvorhergehenden Zeilen gestellte Problem seiner Lösung näher-zuführen, so glaube ich, daß ich besser zum Ziel gelange,wenn ich den Stoff nicht einheitlich für das ganze Heerwesenanordne nach dem System der Wirkungen, dem wir nach-spüren wollen, sondern wenn ich diese Wirkungen je gesondertbetrachte innerhalb der einzelnen Gebiete der Heeresausrüstung,und zwar, wie die folgenden Kapitelüberschriften ausweisen: