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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
Entstehung
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Drittes Kapitel: Die Bewaffnung der Heere

I. Das Eindringen der Feuerwaffen

Bei der Bewaffnung der Heere und ihrer Neuordnungzwischen dem 14. und 17. Jahrhundert spielt die Technikwenn auch nicht die ausschlaggebende so doch eine ent-scheidende Rolle. Das technische Phänomen, das den um-gestaltenden Einfluß ausübt, ist, wie man weiß, die Nutzbar-machung der im Schießpulver gebundenen Energien zumSchleudern von Geschossen. Die Apparate, die diese Erfindungnutzbar machen, sind einerseits die Kanonen, anderseits dieHandfeuerwaffen, beide unterschieden danach, ob der Apparatleicht genug ist, von jedem Krieger selbst getragen zu werden,oder ob zu seiner Fortbewegung größere Kräfte, als sie ineinem Menschen gebunden sind, erheischt werden.

Ich setze die technische Entwicklung dieser neuen Wurf-maschinen, die den seltsamen Namen Feuerwaffen erhaltenhaben, als bekannt voraus und mache im folgenden einigeAngaben, die ihre Anwendung betreffen. Die Anwendungder Feuerwaffen hat einen sehr verschiedenen Sinn, je nachdemes sich um Geschütze oder um Handfeuerwaffen handelt: jenetraten neu zu der vorhandenen Bewaffnung hinzu und ver-drängten höchstens die alten Belagerungsmaschinen (wieSturmböcke, Steinschleudermaschinen usw.), die aber innerhalbdes gesamten Kriegswesens nur eine untergeordnete Bedeutunggehabt hatten. Die Handfeuerwaffen hingegen traten an dieStelle der bis dahin üblichen Trutzwaffen. Ihr Vordringen