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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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Drittes Kapitel: Die Bewaffnung der Heere

Militärmächte der Zukunft, Frankreich und Brandenburg-Preußen: bis 1540 errichtet Franzi. 11 Arsenale und Maga-zine; schon 1535 bewundert der venetianische GesandteGiustiniani die französischen Kanonen, die er höher schätztals die Italiens. Am Ende des Jahrhunderts besitzt Frank-reich 13 Arsenale 122 .

Neander von Petershaiden erzählt uns in seinemInstruk-tionsbuch, daß die Kurfürsten von Brandenburg im Laufedes 16. Jahrhunderts Zeughäuser in allen Schlössern undFestungen der Mark und Preußens angelegt und die nötigenWaffen dazu aufbewahrt hätten 12S . Dasselbe hören wir vonHeinrich VIII. von England, wo im Tower, in Westminster und Greenwich die großen Zeughäuser waren 124 .

Berühmt war das Arsenal der Republik Venedig, dasuns ein deutscher Reisender, Andreas Ryff , im Jahre 1599 wiefolgt beschreibt:In dreyen gewaltigen langen Sälen, do ein jederSal 3 geng hat, haben sy harniss, Schitzenhauben, lange Spiess,halbardten, Partesanen, Sytenwehr (alle bloss onne scheiden),muschgeten, hocken und in Summa alle ervorderte nothdurft,Axen, Beyel, schöufflen, Bickel Houwen, Hartz-Pfanen, uff70 thousent man zuo fuoss 125 .

Welche Ausdehnung die Zeughäuser bis zum Ende des17. Jahrhunderts in allen europäischen Staaten gewonnenhatten, lehrt uns ein Blick inDas neueröffnete Arsenal 126 ,das uns im vierten Abschnitt ein Verzeichnis gibtvon denStellen, wo Geschütz und Ammunition verfertigt, aufbehaltenund gebraucht wird. Auch die Übersicht, die ich weiterunten über die Mengen der wirklich vorhandenen und be-durften Geschütze gebe, wird noch einigen Aufschluß über dieZeughäuser Europas um jene Zeit bringen.

Nun ist aber hier anzumerken, daß in den Arsenalen undZeughäusern keineswegs nur dasgrobe Geschütz auf-bewahrt wurde, daß in ihnen vielmehr auch Schutz- undTrutzwaffen anderer Art lagen. Damit ist die Tatsache er-