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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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Drittes Kapitel: Die Bewaffnung der Heere

2. Der Oberst beschafft die Waffen einheitlich und ziehtden Knechten den Betrag monatsweise ab.

In diesem Sinne schließen die Kurfürsten von Brandenburg in derersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ihre Bestallungsverträge mit den.Obersten ah. So verpflichtet sich der Oberst Hildebrand von Kracht ineinem Bestallungsvertrag vom 1. Mai 1620, 1000 ,deutsche Knechte zuliefern: davon 600 Musketieremit ihren Mosqueten von einer gebühr-lichen Länge auch genügsamer Schwere und Kugel, 400 PikenieremitBrust-, Ilintevstück und eisernen Sturmhauben ,29 .

3. Die Waffen werden entweder in natura geliefert, oderdie Soldaten bekommen ein besonderes Waffengeld.

Das ist wohl der Sinn des Reskripts Kurfürsts Friedrich Wilhelmvom 24. 4. 1681, in dem es heißt:Wir wollen auch ferner die gnädigsteVerfügung thun, daß allen Regimentern gute zweilöthige Musqueten unddenen, die es von nöthen haben, neue Kurtzgewehre, Pique und Schweins-federn, entweder aus Unsern Zeughäusern in natura gegeben oderihnen die Nothturft an Gelde dazu gereichet werden soll 180 .

Daneben kommt aber das ganze 17. Jahrhundert hin-durch auch schon die vollständige Lieferung der Waffen durchden Staat vor.

Am 4. Mai 1626 wirbt Hans Wolf von der Heyden 5 KompagnienHarquehusier-Reuter an: Rüstungen und Bandelierröhren bekamen dieReiter gegen Abzug eines Monatssoldes geliefert 181 . Im Bestallungsbrieffür den Obersten Ehrentreich von Burgsdorf vom 6. Oktober 1644heißt es 132 :Das Gewehr anlangendt, werden Wir dasselbige der Not-turft nach an und beyschaffen und dafür einen Monat Soldt abziehen.Die Cornet und Trompeten, Fahnen werden Wir auch selber undt andie Handt schaffen undt auch also fort bey der Musterung den Muster-monat an 20929 Thlr. geben und auszahlen lassen.

Der Große Kurfürst an den Fürsten von Anhalt (ArchivZerbst) 10./20. September 1674 183 :

Soviel nun anfänglich die Mundierung der wieder ge-nesenen 124 Reuter betrifft, darauf haben Ew. Lbd. an UnsernRath und Geh. Cämmerer Heidekampfen beigehend eine Assig-nation auf 1800 RTlr. zu empfangen, wie Wir dann demselbenauch die Nothdurft an Pistolen, Degen und Carabinern ausunserm Zeughause zu Spandow reichen lassen wollen. (An-zumerken ist: daß die Reiterei aus dem Zeughaus mit Waffenversehen wurde, war die Ausnahme.)