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Drittes Kapitel: Die Bewaffnung der Heere
IV. Die Deckung des wachsendenW affenbedarfs
Die Notwendigkeit, den wachsenden Bedarf an Waffenvollständig und rechtzeitig zu decken, gewinnt für die Ge-staltung des Wirtschaftslebens eine doppelte Art Bedeutung:zunächst durch die bloße Tatsache, daß die Nachfrage sichzusammenballt, der Absatz also sich ausweitet und dadurchdie Möglichkeit einer kapitalistischen Organisation des Handelsoder der Produktion geschaffen wird. Diese Wirkung übt derwachsende Bedarf in allen Fällen aus, wo er groß genug wird,mag es sich um die Fortsetzung oder Umbildung schon be-stehender Wirtschaftsformen oder um Neuschaffung handeln.In diesem auf dem Gebiete der Waffenerzeugung besondershäufigen Falle tritt dann als eigene Wirkung noch der Ein-fluß hinzu, den die Neugründungen auf die grundsätzlicheBehandlung der wirtschaftlichen Vorgänge ausübten: daß siediese in besonders starkem Maße rationalisierten. Wir sahenschon, wie aus dem Zentrum der militärischen Interessen sichein starkes rationales Bedürfnis selbsttätig entwickelt, dasdann sich auf die Methode überträgt, mittels deren der Sach-bedarf des Heeres, hier also zunächst der Waffenbedarf, be-friedigt wird. Wir werden dann sehen, wie die Betriebe, indenen Waffen hergestellt werden, die ersten sind, die einmodernes Gepräge tragen, wie eine Reihe höchstpotenzierterökonomischer Grundsätze zuerst bei dem Handel und derProduktion dieser Güterkategorien auftaucht, wodurch ihreBeschaffung auch dann für die Entwicklung des Kapitalismusbedeutsam wird, wenn ihre Form etwa anfänglich nichtdie der kapitalistischen Unternehmung, sondern des Staats-betriebes ist.
Die Erzeugung der Waffen selbst bleibt zunächstin den Bahnen, in denen sie das ganze Mittelalter hindurchsich bewegt hatte. Zumal, wo es sich um Waffen handelte, die