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Drittes Kapitel: Die Bewaffnung der Heere
eminent for its manufacture of iron artillerie beyond anycountry in Europe .“ Schon zur Zeit der Elisabeth konnteEngland Kanonen ins Ausland ausfübren und tat dies (trotzdes Verbotes der Ausfuhr!) 167 . Humes Urteil scheint also(wenigstens nach seiner positiven Seite hin) berechtigt, wenner sagt 168 , daß zur Zeit des ersten Jakob Schiffsbau undGeschützgießerei die einzigen Industrien gewesen seien, indenen sich England ausgezeichnet habe. Er ist sogar derMeinung, die Engländer hätten damals allein das Geheimnisbesessen, eiserne Kanonen zu gießen. Das ist ein Irrtum:eiserne Geschütze wurden im 16. Jahrhundert auch anderswogegossen. Ich erinnere z. B. an die Geschützgießereien, dieim Oberharz zu Gittelde, auf der Sophienhütte bei Goslar usw.die braunschweigischen Herzoge in jener Zeit begründetenoder zur Entwicklung brachten 169 . Richtig ist, daß sich dieGeschützgießerei in England zu besonders hoher Blüte ent-wickelte: das Eisenwerk Carron, das Eisenwerk Calcutt beiBursley in Shropshire, das Eisenwerk Clyde bei Glasgow waren im 18. Jahrhundert als Stätten des Geschützgussesberühmt. Als die vollkommenste Stückgießerei galt aber damalsdie von Woolwich. Die englische Kanonenindustrie machteSchule im Auslande: der Engländer John Wilkinson legte imAuftrag der französischen Regierung eine Geschützgießereiund Bohranstalt zu Nantes an. Die großartige Kanonen-gießerei zu Petrowsadowsk in Rußland war von dem englischenIngenieur Gascoigne eingerichtet worden; nach dem Mustervon Woolwich baute der hannoversche Ingenieur OberstleutnantMüller die Stüekgießereien in Hannover und Stockholm 170 .
In Frankreich begegnen wir schon im Anfang des17. Jahrhunderts einer blühenden Kanonenindustrie auf kapi-talistischer Basis. Es gibt Geschützgießereien in Bordeaux, in Sedan Chäteaulin. Aus einer Bordeauxer Gießerei werden200 Geschütze an die Marine geliefert; 1627 bieten ClaudeMarigo de la Villeneuve de Quimperlö und Michel Donnevin