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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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IV. Die Deckung des wachsenden Waflenbedarfs

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ebenfalls 200 Kanonen aus der Gießerei von Quimperlö an 171 .Richelieu gründet dann noch eine staatliche Geschützgießereiin Le Havre 171 .

Eine wesentliche Förderung erfährt aber die französischeKanonenindustrie wiederum durch Colbert. In Colberts Werkspielt der Gedanke, Frankreich in der Ausrüstung, sonderlichin der Bewaffnung seiner Heere, unabhängig vom Auslandezu machen, eine große Rolle. Daher wir ihn schon am Werkesahen, Gewehrfabriken zu gründen, wie er hier neue Geschütz-gießereien gründet (und wie wir ihn später noch zahlreicheHilfsindustrien werden begründen sehen). 1661 kauft man inSchweden 200000 L. Kupfer, um daraus Kanonen zu gießen 172 ;1663 kündigt Colbert dem König die Notwendigkeit an,Gießereien selbst zu bauen; 1666 beginnen seine Pläne sichzu verwirklichen: die Gießereien zu Saintes , zu Rochefortwerden begründet. Die wichtigsten sind die zu Nevers , zuCommercy und in der Dauphinö geworden 173 .

In Spanien wurde die Geschützgießerei von Karl Y. zurascher Blüte gebracht: es gab Gießereien in Medina delCampo, Malaga, Burgos, Pamplona, Fuenterrabfa, Barcelona, Coruna. Karl ließ Deutsche aus Innsbruck kommen, um dieGießerei in Spanien einzuführen. Trotz der raschen Aus-dehnung der einheimischen Produktion genügte sie jedoch demBedarf noch nicht, der vielmehr auch noch aus Flandern ge-deckt werden mußte 174 .

Eine berühmte Geschützgießerei hatte im 17. JahrhundertVenedig,da auf einmahl etliche Canonen können garbehende gegossen werden 175 .

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Neben der Erzeugung der Waffen selbst galt es die nötigeMunition zu beschaffen. Wir sehen daher in den ver-schiedenen Ländern im Anschluß meist an die Geschütz-gießereien zunächst Kugelgießereien entstehen; dann