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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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Drittes Kapitel: Die Bewaffnung der Heere

aber vor allem Pulverfabriken, die in den meistenLändern, in Deutschland, in Frankreich ( seit 1572), zu denstaatlichen Monopolindustrien gerechnet werden.

In England gibt die Pulvererzeugung Anlaß zur [Ent-stehung einer großen Privatindustrie. 1562 errichten dreiPersonen Pulvermühlen und erbieten sich, der Regierung imgroßen 200 t pro Jahr zu liefern 176 . Daneben bestanden wohlauch staatliche Pulverfabriken. Daß es sich um beträchtlicheMengen handelte, ersehen wir auch aus den Abschlüssen überLieferung von Salpeter, dem Rohstoff für die Pulvererzeugung.Aus den Jahren 15091512 besitzen wir zwei Kontrakte mitGiov. Cavalcanti und anderen italienischen Kaufleuten, wonachsie für 3622 (das Pfund zu 6 d) Salpeter zu liefern haben m .Ein anderer Kontrakt aus dem Jahre 1547 lautet 178 über10445 16 s 8 V 2 d. Unter der Elisabeth macht sich England dann auch im Bezug des Salpeters vom Auslände unabhängigund entwickelt eine eigene Schwefel- und Salpeterindustrie 179 .

Pulver, Salpeter und Schwefel bleiben immer Gegenstandeines sehr bedeutsamen Handels, der Umsätze aufzuweisenhatte wie wenige Zweige des Warenhandels in frühkapita-listischer Zeit. Wir besitzen genaue Angaben über seine Aus-dehnung in Piemont im Anfang des 18. Jahrhunderts 180 .Damals liefert z. B. die impresa Gaij einmal 14000 rubbi(ä 9,2 kg) Pulver zu 8 Livres den rubbio. Ein andermal(1706) bezieht der Bankier Gamba aus Holland für die pie-montesische Regierung 8691 rubbi Salnitro (Salpeter) zu 16 1.und 25274 rubbi Pulver zu 24 1.

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Aber die vielleicht großartigste Wirkung, die der wachsendeBedarf an Waffen auf die Gestaltung des Wirtschaftslebensausgeübt hat, wodurch er von so bestimmendem Einfluß aufden Verlauf der kapitalistischen Entwicklung geworden ist,scheint mir die Anregung zu sein, die er für einige der