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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
Entstehung
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IV. Die Deckung des wachsenden Waffenbedarfs

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tragenden Industrien und den Handel mit ihren Produktenbedeutet hat: Kupfer-, Zinn- und namentlich Eisen-industrie, das heißt jene Zweige der gewerblichen Tätig-keit, die das Rohmaterial für die Waffen lieferten. Ich denke,man wird sagen dürfen, daß diese Industrien ihre entscheidendeWendung zum Kapitalismus nahmen unter der unmittelbarenEinwirkung der Veränderungen, die die Heeresorganisationund namentlich die Bewaffnung in unserem Zeitraum erleben.Einen ziffernmäßigen, geschlossenen Beweis für die Richtig-keit dieser Behauptung zu erbringen, reichen natürlich diebisher wenigstens noch sehr dürftigen Materialien nicht aus.Die Forschung der nächsten Jahrzehnte wird vielleicht diefehlenden Glieder in der Kette meiner Beweisführung ergänzen.Einstweilen müssen wir versuchen, mit dem geringen Zahlen-material, das wir besitzen, nach Möglichkeit die Schlüsse zurechtfertigen, die aus allgemeinen Erwägungen und im Hinblickauf bestimmte, erweislich richtige Tatsachen gezogen werden.

Diejenigen Metalle, die zuerst in größeren Mengen ver-langt wurden, als sich der Waffenbedarf steigerte, waren Kupferund Zinn. Denn aus ihnen bestand die Bronze, und ausBronze wurden, wie wir sahen, in der ersten Zeit die Ge-schütze gegossen. Das Mischungsverhältnis, in dem die beidenMetalle Verwendung fanden, war ungefähr 1:9 (die fran-zösische Artillerie hatte vor der Revolution 11 Teile Zinn auf 100 Teile Kupfer, aber auch die heute als beste Mischungerkannte [8:92] war schon im 15. Jahrhundert gebräuchlich).Also handelte es sich vor allem um die Beschaffung vonKupfer, das denn auch im 15. und 16. Jahrhundert außer-ordentlichgefragt wurde und infolgedessen ganz erheblichim Preise stieg.

Nach Rogers 181 betrug der Durchschnittspreis für Bronze- oderKupfergefäße (für Rohkupfer besitzen wir keine fortlaufenden Preis-notierungen) pro doz. lbs. von:

14011540 . .

15411550 . .

. . 3 9 %.. 56 ,