IY. Die Deckung des wachsenden Waffenbedarfs
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Händen konzentriert, und die sehr reichen Firmen, die ihnbeherrschten, benutzten ihre Macht, um das Kupfer gelegent-lich „einzusperren“. Vielleicht ist das Kupfer derjenige Handels-artikel, an dem zuerst eine „Preiskonvention“ großen Stilsversucht worden ist. Ich denke an die Abmachungen, die imJahre 1498 die vier oberdeutschen Firmen Fugger, Herwart,Gossembrot und Paumgartner trafen, um den Kupfermarkt inVenedig , wo offenbar sein Mittelpunkt war, zu beherrschen 185 .
Zu welcher imposanten Höhe der Kupferhandel im 16. Jahr-hundert hinauf klomm, zeigen die Mengen Kupfer, die sich beiden Inventuren der Fugger auf deren Lagern vorfinden. Siezeigen auch, daß die Größe dieses Hauses — soweit darander Warenhandel beteiligt war — fast ausschließlich durchden ausgedehnten Kupferhandel bedingt wurde. Endlich be-stätigen uns die Ziffern, daß sich der Umsatz in Kupferwährend des 15. Jahrhunderts tatsächlich ganz beträchtlichausdehnte (wenn wir nicht annehmen wollen, daß die wachsen-den Mengen, die die Fugger auf ihren Lagern haben, aus-schließlich durch Aufsaugung kleinerer Händler gebildet wordenseien: auch dann hätte der Kupferhandel in einem etwasanderen Sinne eine große Bedeutung für die kapitalistischeEntwicklung). Bei der Bilanzaufnahme 186 des Jahres 1527beträgt das Warenkonto des Fuggerschen Hauses 380000 fl.:„der größte Teil“ der Waren bestand in Kupfer, von dem inAntwerpen allein für mehr als 200000 fl. lagerte. Im Jahre1536 ist an Kupfer, Silber und Messing für 289000 fl. vor-handen. Im Jahre 1546 beziffert sich das Warenaktivum auf1250000 fl.; davon sind in Kupfer über 1 Milk fl. vor-handen, von dem die Hälfte wieder in Antwerpen lagerte.1 Million Gulden stellen etwa 8 Millionen Mark Metallwertdar. Es wird sich kaum ein zweiter Posten von gleicher Höhein der gesamten Handelsgeschichte des 16. Jahrhunderts nach-weisen lassen.
Nächste Wirkung: die steigende Nachfrage nach Kupfer