I9L AuS dcr Berlinischen Artung vom I. 17>>l.
in unsern Tagen das Lob eines lebhaften Frauenzimmers, die ihreWelt kennet, beylegt, wenigstens ins Tollhaus gebracht hätte. SSwird eine andre kommen, und es wäre Schade, wenn sie nicht kom-men sollte, da es dcr Wohlanständigkcit gemäß seyn wird, ein guterChrist zu hcisscn, so wie es jctzo die Artigkeit erfordert, sich für nichtsschlcchtcrs als einen Atheisten, so lange man gcsnnd ist, halten zn las-sen. Wenn man in gesitteten Ländern von Anfange an alle diese Ab-wechselungen in besondern Büchern aufgezeichnet hätte, so wurde mandiese Bücher nicht besser als die Schandchronike des menschlichen Ge-schlechts nennen können. Noch ist es Feit unsern Nachkommen dieseErniedrigung zu verschaffen. Hr. TucloS, welchen man schon ans sei-nen Betrachtungen über die Sitten dieses Jahrhunderts auf eine fürihn vorthcilhafte Art kennet, scheint den Anfang gemacht zu haben.Er hat die verschiedenen Bilder von den Sitten seiner Zeitgenossen indie Lebensbeschreibung eines artigen Mannes gebracht. Diese Lebens-beschreibung ist wahrscheinlich genug um wahr seyn zu können; gleich-wohl wird sie dcr Nachwelt, wenn anders, wider den Ausspruch desHoraz, cinc vernünftigere auf uns folgen sollte, als dcr uusiiinigsicRoman vorkommen; so viel ausschweifende Thorheiten, so viel unbe-greifliche lächerliche Kleinigkeiten wird sie darinnc aufgezeichnet finden.Kostet in den Boßischcn Buchläocn hier und in Potsdam Sll Gr.
(28. Tcc.) Rostock. Gründe der Vernunft zur Erläuterungund zum Beweise des Geheimnisses der heil, Dreyeinigkeit gc-sammlct »ind beurtheilet von Johann Thomas Haupt, Dönigl.preuß, Rirchen und Schulen Inspectorc zu Tcmplin, ZZeyIoh.Andr- Derger und Ioh. Brcdner. 1752. in 8. 1 Alph. 4 Bogen.Wahrheit bleibt Wahrheit, wenn sie gleich schlecht bewiesen wird, undderjenige dcr schlechte Beweise für sie verwirft, verwirft sie deswegennicht selbst. So unbillig als es folglich seyn würde, wenn man die-jenigen verdienten Männer, welche die Beweise von dem Tascyn Got-tes durch eine prüfende Musterung gchcu lasscu, und dic wenigsten fürrichtig erkennen, für Gottesleugner halten wollte, cbcn so unbilligwürde es seyn, wenn mau dem Herrn Inspcctor Schuld gcbeu wolle,daß cr das Geheimniß dcr Trcyfaltigkcit nicht erkenne und annehme;da cr der gelehrten Welt eine Sammlung dcr vornchmsten Gründe,die von verschiedenen Verfassern zur Erläuterung und zum Beweise des-selben sind gebraucht worden, vorlegt, und diese Gründe mit seiner