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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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Viertes Kapitel: Die Beköstigung der Heere

zur Verfügung stehen. Von einer solchen Fürsorge erfahrenwir im 15. Jahrhundert bei dem Schweizer Aufgebot, von demschon die Rede war 216 . Wir hören davon noch früher inFrankreich 21T . Sie begegnet uns bei den Heeren des Dreißig-jährigen Krieges 218 .

Aber frühzeitig wurde die Mitwirkung des Staates heider Beköstigung der Truppen doch eine inhaltlich helfende.Der Fürst hatte, wie wir sahen, von alters her eine Leib-wache : für deren leiblichen Unterhalt mußte er selbst sorgen.Er mußte ferner die Festungen verproviantieren. Er mußtedie Truppen mit Lebensmitteln versehen, die er über Seesandte. So sehen wir abermals schon im Mittelalter denKönig von Frankreich am Werke, durch die Bailles undSönöchaux Lebensmittel aufkaufen zu lassen, die er für dieeben genannten Zwecke verwandte: schon im 14. Jahrhundertwerden dieCommissaires aux vivres damit betraut, denProviant zu vereinigen und nach Anordnung des Königs andie verschiedenen Stellen abzuführen. Die Magazine, in denender Proviant für eintretenden Bedarf aufgestapelt wurde,erhielten den NamenGarnisons 219 .

Daneben finden wir frühzeitig öffentliche Körperschaftenvom Staate damit beauftragt, für den Unterhalt der Truppenzu sorgen: die Ordonnanzkompagnien Karls VII. wurden vonden Provinzen in natura verpflegt: jedeLanze, die ausvier Kombattanten zu Pferde und zwei Knappen oder Knechtenbestand, erhielt: jeden Monat zwei Hammel, einen halbenOchsen oder eine halbe Kuh oder ein Äquivalent in Fleischanderer Art; jedes Jahr vier Schweine; jeder Mann fernerim Jahre zwei Pipen Wein, IV 2 Last Getreide und schließlichjeder homme darmes für sich und sein Gefolge: monatlich20 1. für Beleuchtung, Gemüse, Zutat (Gewürz) und anderenkleinen Bedarf. Für jedes Pferd wurden 12 Lasten (Charges)Hafer und vier Karren Stroh und Heu geliefert 220 .

Bei der zunehmenden Erstarkung des Staatsgedankens