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Viertes Kapitel: Die Beköstigung der Heere
die stattliche Menge von 115219 Last auf, während 164999808V2 Last 30 Scheffel aus dem Danziger Hafen heraus-gingen. Leider sind wir über den Umsatz auf dem Amster-damer Getreidemarkt nicht ebenso genau unterrichtet wieüber die Ausfuhr aus Danzig . Wir dürfen aber annehmen,daß er nicht nur fast die ganze Danziger Ausfuhr, sondernauch noch die aus anderen Ostsee - und Nordseeländern auf-nahm. Wie rasch sich der „oosterliche“ Handel Hollands hob,zeigt die Zahl der Schiffe, die den Sund passierten: die betrug1536 510, 1640 dagegen 160 0 251 .
Diese Ziffern beweisen wohl 1. die recht beträchtlicheAusdehnung des Amsterdamer Getreidehandels, dessen Umsatz-wert sich auf 10—20 Mill. fl. belief, und der sicherlich (dasdürfen wir aus anderen Anzeichen ohne weiteres schließen)in beträchtlichem Umfange in kapitalistischen Bahnen wandelte:ein Anzeichen seines hohen Entwicklungsgrades scheint mirdie (bisher, soviel ich sehe, unbeachtet gebliebene) Tatsachezu sein, daß er sich offenbar zum Teil schon in der Form desTypenhandels abspielte 252 ; 2. der Umstand, daß dieser Handelim wesentlichen den Absatz der deutschen (und russisch-polnischen) Rittergüter besorgte, da wir das Getreide desBauern nicht in diesem großen Verkehr vermuten dürfen.Wie aber steht es mit den Abnehmern des AmsterdamerGetreides? Waren das wirklich, wie ich vermute, in ersterLinie die europäischen Heere? Wer konnte sonst als Ab-nehmer in Betracht kommen?
Man hat, soweit man sich diese Frage überhaupt gestellthat, etwas voreilig geantwortet: die zunehmende Bevölkerungnamentlich in den Städten.
Ist das eine plausible Erklärung? Man müßte in ersterLinie an London und Paris denken, die beiden größten Städte.Aber von denen ist es uns gerade ziemlich sicher bekannt,daß sie ihren Bedarf an Lebensmitteln durchaus noch inner-halb der eigenen Länder deckten. Von London , das um 1600