III. Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Truppenverpflegung 141
dainer Getreidemarkt und den Heeresverwaltungen fest-stellen :
aa) Schon 1556 (noch vor der Blütezeit Amsterdams ) er-bieten sich die oosterschen Kaufleute, dem Könige von Spanien (also für die Armee!) so viel Last Roggen, wie man begehrenwerde, nach den Niederlanden zu liefern für 24 fl. die Last 258 .
bb) Als Ludwig XIV. seine Heere rüstete, mit denen er1672 in Holland (!) einfallen wollte, lieferten ihm die Amster-damer (!) Kaufleute das nötige Getreide 2ä9 .
cc) Die Piemonteser Heeresverwaltung tritt als Käuferinauf dem Amsterdamer Getreidemarkt während des spanischen Erbfolgekrieges auf. In diesem Falle können wir deutlichverfolgen, wie die Notdurft der Heeresversorgung die Inter-nationalität des Geti'eidebezugs förmlich erzwang: Erst brauchtPiemont das Getreide seines Landes auf. Dann greifen dieKäufer hinüber nach der Lombardei, Emilia, Romagna: Genua ist der Markt, auf dem sich die Regierung versorgt. Dannaber schickt sie ihre Agenten bis nach Venedig, wo allein imJahre 1709 durch Vermittlung der Bankiers für mehr als 1 Mill.Lire Getreide eingekauft wird. Von 1706 ab wird auch Holland aufgeführt: große Posten Getreide werden auf dem Seewegenach Piemont geschafft (und — nebenbei — bezahlt mit denSubsididiengeldern Hollands !) 26 °.
dd) Selbst der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. glaubtsich der Amsterdamer Kaufleute bedienen zu sollen, um dasnötige Getreide für seine Armee heranzuschaffen: am 5. Mai1737 befiehlt der König dem Generaldirektorium „unter derHand und ohne bruit Nachricht einzuziehen“, ob man inAmsterdam nicht 100000 Scheffel Getreide ä 1 Thlr. erhaltenkönne 261 .
Alles in allem scheint mir die Richtigkeit meiner Hypotheseerwiesen. Man sollte auf Handlungsbücher AmsterdamerGetreidefirmen aus jener Zeit fahnden, um volle Gewißheit zuschaffen.