III. Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Truppenverpflegung 145
undso viel von den und den Bedarfsartikeln zu dem und demPreise zu liefern. Der erste Vertrag solcher Art wurde imJahre 1575 bei der Belagerung von Lusignan mit einemreichen Bürger von Niort , Amaury, abgeschlossen 266 . DieLieferanten, die sich meist zu mehreren zusammentaten undLieferungsgesellschaften, compagnies, bildeten, hießen, wieschon erwähnt, munitionnaires. Auf ihnen ruhte das fran-zösische Verpfiegungswesen, bis Choiseul im Jahre 1765 dieLebensmittelbeschaffung für die Armee wieder in eigene Regienahm und damit „die enormen Profite“, die die Kriegslieferantenhier (wie überall) gemacht hatten, dem Staate zugute kommenließ 267 .
Diese Reform hat aber wohl, wie so viele der MaßnahmenChoiseuls, keine Dauer gehabt: das Lieferanten System wurdenur vorübergehend beseitigt. Jedenfalls begegnen wir ihmwährend der Revolutionskriege wieder. Damals entwickeltesich ein mächtiges und reiches Lieferantentum.
Nach und nach gingen während des 17. und 18. Jahr-hunderts wohl alle kriegführenden Nationen zu demLieferungssystem über. Der Militärlieferungshandel (der sichauch auf die Lieferung von Waffen, Munition, Pferden, Be-kleidungsgegenständen usw. erstreckte) wurde ein ganz wichtigerZweig des Handels, an dem außerordentlich viel verdient wordenist. (Wenn ich im folgenden noch einige seiner Eigenarten auf-weise, so denke ich an die Lieferung aller Gebrauchsgüterfür das Heer.)
6. Mit der letzten Bemerkung: es sei viel an den Liefe-rungen für die Armee „verdient“ worden, habe ich einenPunkt berührt, der ebenfalls der Beachtung und Hervorhebungwert ist: ich meine die vermögenbildende Kraft, diedem Militärlieferungshandel offenbar als solchem in hervor-ragendem Maße innewohnt.
Zu allen Zeiten sind Kriegslieferungen ganz besonderseinträglich gewesen, weil bei ihnen die Notlage eines ganzen
Sombart, Krieg und Kapitalismus 10