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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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II. Die Uniform

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sie? Man hat versucht, die moderne Uniform unserer Heerein einen Zusammenhang zu bringen mit den gleichen Trachtendie auch das Mittelalter hei besonderen Anlässen kannte.Aber diese waren doch nicht dasselbe, weil sie aus anderemGeiste geboren waren. Damals trug mandie Farbe dessen,den man ehren wollte. Und wenn viele zusammenkamen,um Einen zu ehren: bei Festen, öffentlichen Einholungen undEinzügen, bei Huldigungen aller Art, so ergab sich natürlicheine Vielheit gleichfarbiger oder gleicher Kostüme. Die aber1. nicht gleich (eins wie das andere), sondern nur eigen-artig (in der Farbe bestimmt) sein sollten und 2. ganzgewiß nicht gleich waren.

Diese Ehrentracht, wie man sie nennen könnte, gingnun in einzelnen Fällen in eine andere Art von Tracht über,die ursprünglich wohl gleichem Zwecke (der Huldigung) ihrDasein verdankte, dann aber einem anderen Ideenkomplexein- und untergeordnet wurde: dem Dienstverhältnis. BeiHofdienst trägt der Dienende frühzeitig die Farbe, das Hof-kleid des Fürsten. War erst das Tragen eines bestimmtenGewandes der freie Entschluß des Trägers gewesen, so wurdeihm nun die Tracht aufgezwungen vom Dienstherrn, der mitder Einförmigkeit der Farben die Abhängigkeit einer mög-lichst stattlichen Schar und damit seine eigene Machtfüllezum Ausdruck bringen will.

DieseHoftracht, die allmählich zurBediententrachtwird, ist wohl die eine Wurzel, aus der wenigstens äußerlichdie moderne Uniform der Armeen entsprungen ist: die Leib-garden trugen die Farben ihres Herrn.

Solche einheitlichen Trachten der fürstlichen Leibgarden finden wirallerorts schon im 15. Jahrhundert: unter Albrecht Achill sollen 1476die Rock halb swarz und halb gra sein und auf den swarzen ErmelBuchstaben von weissein Tuch 318 . Scharlachrot trugen die Truppendes Königs von England wahrscheinlich seit Heinrich VII. 8U . Mit denköniglichen Farben sind ausgestattet die Besatzungen französischerKriegsschiffe zur Zeit Ludwigs XI., der auch bestimmten Schiffern der