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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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II. Die Uniform

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wird die Uniformierung der gedungenen Regimenter in denBestallungsverträgen ausdrücklich vereinbart. Beispiel: dieKapitulation über die Errichtung eines hessischen Dragoner-regiments vom 19. Oktober 1688 828 .

In dem Maße nun, wie der Fürst die Truppen überhauptmit Kleidung versah, uniformierte er sie auch. So daß wirwährend des 16., 17. und 18. Jahrhunderts das Fortschreitendes staatlichen Bekleidungssystems an dem Fortschreiten derUniformierung verfolgen können: bis zum völligen Siege derbeiden Prinzipien,

Die französischen Truppen hatten im 16. Jahrhundertnoch keine eigentliche Uniform. Doch trugen einige Truppen-teile schon eine sie unterscheidende Kleidung: die gensdarmeshattenhoquetons dordonnance (Waffenrock), und die Bogen-schützen einzelner Provinzen trugen Röcke und Wappen ihresLandes (diese Uniform stammte noch aus der anderen Quelle:aus der Ausrüstung derDefensioner). Bis in die ZeitLudwigs XIV. hinein sind aber die meisten Regimenter bloßdurch eine Schärpe in der Farbe der Obersten unterschieden:Ludwig XIV. führte eine Uniformierung der Regimenter desKönigs (blau), der Königin (rot) und des Dauphins (grün)durch. Im allgemeinen blieb es dem Gutdünken der Oberstenüberlassen, wie sie ihre Regimenter kleiden wollten. Einewirklich einheitliche Einkleidung der gesamten Armee erfolgteerst gegen die Mitte des Jahrhunderts durch die Ordonnanzenvom 10. März 1729, 20. April 1786 und 19. Januar 1749.Erst diese letzte Ordonnanz brachte dem Prinzip der Unifor-mierung den vollen Sieg, denn, wie ihr Wortlaut erweist:Sa Majestö a ordonnö et ordonne, quä lavenir les Rögimensde son Infanterie Frangaise qui auront ä renouveller en toutou en partie leur habillement, serons tenus de se conformerexactement au Reglement portö ci-aprös . . mußte dasTragen der Uniform immer noch eingeschärft werden 824 .

Die gesamte englische Armee wird zum ersten Male

Sombart, Krieg and Kapitalismus 11