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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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Fünftes Kapitel: Die Bekleidung der Heere

einheitlich (rot) gekleidet im Jahre 1645 32B . In der MarinedraDg in England das Uniformierungsprinzip erst später ein:die ersten Bestimmungen über Offiziersuniformen wurden imJahre 1748 erlassen 326 .

In Brandenburg-Preußen beginnt eine grundsätzlicheUniformierung durch den Staat im Anfang des 17. Jahr-hunderts. Bekannt ist die Schilderung Königs 827 von demEindruck, den dieBlauröcke Georg Wilhelms bei seinemZuge nach Preußen gemacht haben sollen:Mit diesen

5 Kompagnien von Burgsdorfschen Regiment, die 1000 Mannausmachten, . . . nebst 150 Mann zu Roß ging der ChurfürstGeorge Wilhelm 1632 zur polnischen Königswahl nach Preußen. Nach der Schlacht bei Lützen kehrte derselbe wieder nachder Mark mit diesen Truppen zurück ... Sie waren inPreußen sämtlich in einer gleichen Liberey, blauer Farbe ge-kleidet worden, welches damals ungewöhnlich war und vielAufsehen machte; daher sie den Namen Blauröcke erhielten.

J an y hat zwar nachgewiesen 828 , daß dieser Bericht Königs,der für die Geschichte des Bekleidungswesens als eine wichtigeQuelle lange Zeit gegolten hat, insofern falsch gewesen sei,als esBlauröcke in Brandenburg schon seit 1620 und daßes sie auch in anderen deutschen Heeren gegeben habe.Immerhin wird man schon annehmen dürfen, daß der Anblickeines wohluniformierten Regiments zu seiner Zeit Aufsehenmachte. Aber das war doch erst ein Anfang. Noch zurZeit des Großen Kurfürsten war eine im einzelnen genau fest-gesetzte Uniformierung in unserem Sinne unbekannt. Dochgeht aus den Quellen hervor, daß man namentlich beieinem bevorstehenden Feldzuge die Mannschaften möglichstgleichmäßig einzukleiden und zu bewaffnen suchte, was derOberst zu besorgen hatte. Bei der Reiterei mußte der Oberst(oder in seinem Aufträge der Rittmeister) für das Werbegeldvon 40 Thlr. einen vollständig und wohl auch möglichst ein-heitlich bewaffneten, bekleideten und berittenen Reiter stellen.