II. Die Menge der Schiffe
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die Entfaltung des Schilfbaues von entscheidender Wichtig-keit gewesen sind, daß die Handelsinteressen voraussichtlichniemals und jedenfalls nicht in so kurzer Zeit den Schilfbauzur Entfaltung gebracht hätten, wie es die kriegerischen Inter-essen getan haben.
Um die Richtigkeit dieser Behauptung zu erweisen, wares eben nötig, die Umstände zu bezeichnen, von denen dieAusdehnung des Schiffbaues abhängig ist, wie ich es obenversucht habe. Ich werde nun zeigen, daß die Kriegsinteressen1. die Menge der Schilfe; 2, die Größe der Schilfe; 3. dieBeschleunigung des Schiffbaues; 4. die Konzentration desSchiffbaues, wesentlich beeinflußt haben.
II. Die Menge der Schiffe
Auch heute macht die Kriegsflotte eines großen Militär-staates einen erheblichen Teil des gesamten Schilfsbestandes aus.Deutschlands sämtliche Seeschiffe (Segler wie Dampfer) hattenam 1. Januar 1912 einen Raumgehalt von 4711998 Register-tons brutto und 3023725 Registertons netto; während dieKriegsschiffe der Kaiserlichen Marine am 1. April 1912892710 Tonnen Wasser verdrängten. Hamburgs Flotte be-stand im Jahre 1911 aus 1252 Seeschiffen mit 1687 945 Register-tons Raumgehalt (netto); Hamburgs Dampfer führten Maschinenmit sich, die 1234000 Pferdestärken indizierten: auf denSchilfen der Kaiserlichen Marine waren Dampfmaschinen mit1515 340 indizierten Pferdestärken. Das sind also, wie mansieht, recht beträchtliche Ziffern. Geht man aber ein paarJahrhunderte zurück, in die Zeit, als der Schiffbau sich erstzu entwickeln anfing, so verschiebt sich das Verhältnis derKriegsschiffe zu den Handelsschiffen ganz wesentlich zugunstenjener. Wie rasch die Kriegsflotte ihren Bestand vergrößerte,habe ich an anderer Stelle bereits gezeigt. Die ganze Be-deutung dieser Ausweitung vermögen wir aber erst zu er-