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Sechstes Kapitel: Der Schiffbau
Aus diesen Ziffern ersehen wir: 1. daß in dem zweitengleich großen Zeitraum zweiundeinhalbmal so viel Schiffe ge-baut wurden als im ersten; 2. daß die Schiffe im zweitenZeitraum erheblich größer sind als im ersten, so daß 3. eineSteigerung der Produktion auf mehr* als das Dreifache statt-findet : wenn man die einzelnen Schiffstypen zum Durchschnittihrer Klasse ansetzt, so ergeben sich in den ersten 22 Jahrenetwa 31000 t, in den zweiten 22 Jahren dagegen über 103000 tBauumfang.
Und dann kommt ja erst der große Vorstoß im 17. Jahr-hundert, in dem sich alle militaristischen Interessen erst insGigantische (ins Barock können wir auch sagen) auswachsen.Unter der Kepublik werden in England 207 Schiffe in 11 Jahren,also fast 20 Schiffe in jedem Jahre, gebaut. In dem einenJahrfünft von 1690—1695 werden in England zum Bau von45 Schiffen £ 1011576.8.11 bewilligt 887 .
An Paroxysmus grenzt ebenso das Tempo, in dem zuColberts Zeiten die französische Kriegsflotte vergrößert wurde:Colbert fand, wie wir sahen, bei seinem Eintritt in dieRegierung (1661) 30 Kriegsschiffe vor; nach wenig mehr als20 Jahren hatte er 244 daraus gemacht, diese aber meist inviel größerem Ausmaße: es wurden also jährlich im Durch-schnitt 10—12 Kriegsschiffe vom Stapel gelassen.
V. Die Organisation des Schiffbaues
Wir haben uns schon zum Bewußtsein gebracht, daßirgendeine Produktion sehr verschiedenen Charakter trägt undsehr verschiedene Anforderungen an die wirtschaftliche Ver-fassung stellt, je nach dem Zeitausmaß, das sie beherrscht.Handwerker konnten schließlich auch mittelalterliche Domebauen: wenn man ihnen nur Zeit ließ. Verlangte man aber,daß sie in einer bestimmten Frist damit fertig wurden, soversagte ihre Kraft. Handwerker konnten im Notfall auch