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Das Neueste aus dcm Reiche des Witzes.
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Die übrigen Aufsätze sind fast alle voller Galle wider seine Feinde.Die Nachwelt wird erstaunen, daß Männer sich so tödtlich haben has-sen können, wovon ihre Hochachtung der eine so wohl, als der andreverdient. Ueber ihre kleinen Zänkcrcycn hinweg sehend, wird sie einenVoltaire eben sowohl als einen Rousseau in die Reihe der Dichtersetzen, welche die Ehre dieses Jahrhunderts gewesen sind.
Wird sie es mit den witzigen Köpfen Deutschlands auch so halten?Wird sie einen Gottsched und einen Vodmer, einen Scheid lind einenKlopslock in eine Klasse bringen? gewiß nicht. Wann cS einmal heis-scn wird des verstorbnen Hrn. von Scheid langst verstorbene Thcrc-siadc, so wird man den Mcßias immer noch ein ewiges Gedichte nen-nen. Man wartet mit Verlangen ans den Rest, zu welchem man dieinstchcnde Messe Hofnnng gemacht hat. Das Präservativ, welches derHr. Prof. Gottsched in seinen Gedichten gütigst dargcgcn hat mitthei-len wollen, wird hoffentlich nur bey seinen Schülern anschlagen. Wieerfreut würden wir seyn, wenn er einmal die undankbare Dichtkunstverlassen wollte, und der Welt keine Gelegenheit zu geben suchte, ihnauf seiner schwächsten Seite zu betrachten, da er sich auf so vielen an-dcrn zeigen kau, welche ihm alle Hochachtung erwerben. Hätte derHr. Professor, an statt den Mcßias zu tadeln, diejenigen steifen Witz-lingc angefallen, welche sich durch ihre unglücklichen Nachahmungendieser erhabnen Dichtungsart lächerlich machen, so würden wir ihm mitVergnügen bcygetretcn seyn. Es giebt mir allznviclc, welche glauben,ein hinkendes heroisches Sylbcnmaß, einige lateinische Wortfügungen,die Vermcidnng des Reims wären zulänglich, sie ans dcm Pöbel derDichter zu ziehen. Unbekannt mit demjenigen Geiste, welcher die er-hitzte Einbildungskraft über diese Kleinigkeiten zu den großen Schön-heiten der Vorstellung und Empfiiidnng reißt, bemühen sie sich, an statterhaben dunkel, an statt ncn verwegen, an statt rührend rcmancnhaftzu schreiben. Kann was lächerlicher seyn, als wenn hier einer in ei-nem verliebten Liede mit seiner Schönen von Scraphincn spricht, unddort ein andrer in einem Heldengedichte von artigen Mädchens, derenBeschreibung kanm dcm niedrigern Schäfcrgcdichtc gerecht wäre?Gleichwohl finden diese Herrn ihre Bewundrer; und sie haben, großeDichter zu heißen, nichts nöthig, als mit gewissen witzigen Geistern,welche sich den Ton in allem, was schön ist, anzngcben unterfangen,in Verbindung zu flehen. Sie bringen übrigens durch die auSschwci-