Das Neueste .ms dem Reiche des Witzes. 2V7
senden Lobeserhebungen, welche sie dem Mcßicis auf eine Weise erthei-len, die genugsam zn verstehen giebt, daß sie nicht einmal die wahrenSchönheiten an demselben empfinden, denjenigen, welche dieses' großeGedicht noch nicht hinlänglich kennen, eine Art eines widrigen Vorur-thcils dagegen bey. Folgende Sinnschrift mag es beweisen, die wirvor einiger Zeit von guter Hand erhalten haben.
Ihm singen so viel mäfige Dichter, ss. Band I, S. 19. jDie wenigsten von ihnen verstehen das Erhabne, und halten also al-les, was sie nicht verstehen, für erhaben. Was ihnen einmal außerdem Gesicht ist, ist für sie gleich hoch. Solche Richter müssen auchdiejenigen suchen, welche ihre erbärmlichen Versuche dem Mcßias andie Seite gesetzt wissen möchten. Wären sie nicht der Fabel entwachsen,so würden wir ihnen folgende erzählen.
Zur Feldmaus sprach ein Spatz: :c. fs. Band I, S. 101.)Der Reim ist es, gegen welchen diese Herren am unerbittlichsten sind.Sie wollen sich vielleicht rächen, daß er ihnen niemals hat zu Willenseyn wollen. Ein kindisches Geklimper nennen sie ibn mit einer ver-ächtlichen Mine. Gleich, als ob der kützclndc wiederkommende Schalldas einzige wäre, wärmn man ihn beybehalten solle. Rechnen siedas Vergnügen, welches ans der Betrachtung der glücklich überstiegncnSchwierigkeit entsteht, für nichts? Ist cS kein Verdienst, sich von demReime nicht fortrcisscn zu lassen, sondern ihm, als ein geschickter Spie-ler den unglücklichen Würfen, durch geschickte Wendungen eine so noth-wendige Stelle anzuweisen, daß man glauben muß, ohnmöglich könneein ander Wort an statt seiner stehen? Zweifelt man aber an derMöglichkeit dieser Anwendung, so verräth man nichts als seineSchwäche in der Sprache und die Armuth an glücklichen Veränderun-gen. Haller, Hagedorn, Eellert, Utz, Lesen zeigen gungsam, wieman über den Reim herrschen, und ihm das vollkommuc Ansehen derNatur geben könne. Die Schwierigkeit ist mehr sein Lob, als einGrund ihn abzuschaffen. Und die von unsern neuern Dichtern, welcheihn verachten, was für Freyheit haben sie einem uugcbuudencn Geisteverschaft, wenn sie an statt eines schweren Reimes eine noch weitschwerere Harmonie einführen wollen? ss. Band I, S. 173.)
Ein Wahn hat sie berauschet
Der nicht die Fesseln flicht, die Fesseln nur vertauschet,