208 Das Neueste ans dem Reiche des Witzes.
Die Ketten von dem Fuß sich an die Hände legt,
Und glaubt, er tragt sie nicht, weil sie der Fuß nicht trägt.Man nennt die Verse seichter Dichter, welche reimen, gereimte Prosc,wie aber soll man das Gewäsche gleich seichter Dichter nennen, welchenicht reimen? Wird man nicht sagen müssen: ss. Band I, S. 24.1
Ein schlechter Dichter Spahr? Ein schlechter Dichter? Nein.
Denn der muß wenigstens ein guter Reimer seyn?Daß aber ein Hcldcndichter und ein dramatischer Poet die Reime weg-läßt, ist sehr billig; denn da verursacht der Ucbcltlang eines fast im-mer gleichen Abschnitts einen größer» Verdruß, als das Vergnügenseyn kann, welches jene schön übcrwuudcncn Hindernisse erwecken.Monat Map 1751.Wenn ein kühner Geist, voller Vertrauen auf eigene Stärke, iuden Tempel des Geschmacks durch einen neuen Eingang dringet, sosind hundert nachahmende Geister hinter ihm her, die sich durch dieseOcffnung mit einzustehlen hoffen. Doch umsonst; mit eben der Stärke,mit welcher er das Thor gesprengt, schlägt er es hinter sich zn. Seinerstaunt Gefolge sieht sich ausgeschlossen, und plözlich verwandelt sichdie Ewigkeit, die eS sich träumte, in ein spöttisches Gelächter.
Endlich hat die Welt den ersten Band des Messias erhal-ten, worinne zn den drey bekannten Gesängen der vierte und fünftegekommen sind. Er ist dem Könige von Danncmark in einer Ode zu-geschrieben. Es versteht sich; wenn der Verfasser des McßiaS eine ^dcmacht, so wird es in der That eine Ode seyn. Sie erhebt den Kö-nig, welcher ein Menschenfreund ist. - - „Ihn ersähe Gott mit ein-reihendem Blicke, als er gcbohrcn ward, zum Vater des Vatcrlan-„dcS - - Umsonst winkt ihm der schimmernde Ruhm in das eiserne Feld,„wo die Unsterblichkeit viel zn theuer durchs Blut blühender Jünglinge,„durch die nächtlichen Thränen der Mutter und Braut erkauft wird - -„Für ihn war der Eroberer zu klein, so bald er zu fühlen begann.„Nie weint er bey dessen Bilde seines gleichen zn seyn - - Nach dem„Ruhme nur weint er, geliebt zn seyn vom glückseligen Volke, Gott„nachzuahmen, der Schöpfer des Glücks vieler Tausend zn werden - -„Er ist ein Christ! - - Er belohnt redliche Thaten, und belohnt sich„zu erst - - Lächelnd schaut er alsdaun ans die Muse, welche das„Herz tugendhafter und edler macht - - Er winkt dem stummen Ver-dienst, das in der Ferne steht." - - - - Seht da, die zerstreuten