Das Ncuesic aus dem Reiche des Witzes. 211
rc», wie es einige in der That sind, so würden die Kunstrichler sehrauszulachen seyn, die sich die Mühe gegeben haben, sie auf Gcrathe-wohl zu erfüllen,
Unser Dichter hat sich iiiinmchr seinem erhabnen Bclohncr genähert.Er befindet sich in Kopenhagen , und ohne Zweifel in derjenigen glück-lichen Ruhe, woran die Anfiiierksamkcit der Welt Theil nimmt, undwelche allezeit die Mutter der ewigsten Werke gewesen ist. Ein belohn-ter Tichtcr ist zu unsern Zeiten keine geringe Seltenheit. Diese Sel-tenheit aber wird noch weit grösser, wenn der Dichter ein Deutscherist, und wenn seine Gesänge nichts als Religion und Tugend ath-men. - - Könnte man dieses letztrc von dem französischen Poeten pi-ron sagen, so würde vielleicht sein Wohlthäter eine Ursache wenigergehabt haben, sich ihm und der Welt nicht zn entdecken. Diese Gege-benheit verdient, daß wir sie uuscni Lesern mittheilen. Hier ist derBrief, welchen er an den Verfasser des französischen McrknrS geschrie-ben hat, der sie am besten erzählen wird.Mein Herr,
„Ich zweifle nicht, daß Sie nicht an den gehäuften Unglücksfällen,„welche mich seit einem Jahre betroffen haben, Antheil werden ge-kommen haben, wann anders die Nachricht davon bis zu Ihnen ge-kommen ist. Ich habe ihrer Empfindlichkeit die Erzählung der-selben ersparen wollen; einen Zufall aber, welcher mir jctzo den„Augenblick wicdcrfahrcn ist, kann ich Ihnen nnmöglich verschweigen.„Er ist weit sonderbarer, als alle meine Unglücksfällc gewesen sind,„und ist so.beschaffen, daß ich Zeit meines Lebens daran denken werde.„Das außerordentlichste dabey ist, daß ich nicht weiß, an wen ich„mich deswegen halten soll, noch wodurch und wie ich mir ihn zu-gezogen habe. Hören Sie nur. Ich erhielt vor kurzem einen Brief„ohne Namen, in welchem man mich bat, mich den und den Tag,„zn der und der Stunde, in der und der Strasse, bey einem ge-wissen Herrn - - - (welchen ich nicht im geringsten die Ehre hatte„zn kennen) cinzufinden, welcher mir sagen würde, was man von„mir verlange.
„Ich begab mich den bestimmten Tag richtig dahin, doch nicht„ohne eine kleine Bewegung, welche bey annähender Entwicklung sol-„cher gehcimnifivollcn Anweisungen ganz natürlich ist. Hier kömmt„endlich ein gewiß recht rührender Thcaterzufall, der aber etwas we-
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