Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
212
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212 Das Neueste aus dem Reiche des Witzes.

niger abgedroschen ist, als die, welche wir auf der Bühne zu sehe» bekommen.

Dieser Herr - - - war ein Notar, ein sehr wackrer und Höftlichcr Mann, welcher mir, sobald er mich sahe, die Feder dar-reichte, einen Contract auf Kttl) Livrcs Leibrenten, welche zu mei-nem Gebrauch ausgesetzt waren, ohne das; ich einen Heller zu demCapitale gegeben hatte, zu unterzeichnen. Er gab mir zugleich eineRolle, worinne 26 Louisd'or auf das erste Jahr waren. Sie kön-nen leicht bcgrciffcn, in wa§ für eine Flut von Fragen mein Er-staunen und meine Dankbarkeit ansbrcchcn mußte. Doch umsonst,ich bekam keine Antwort. Der Notar verrichtete, waS ihm aufgetra-gen war, und die Verschwiegenheit war eine von seinen Vorschriften.Seine Rolle war ans, meine fängt nnnmehr an, und diese ist, dencdclu Urheber des Stücks zu entdecken, oder mit Verdruß zu sterben.

Es ist kein Stof, den man von der Kanzel ablesen könnte, ober es gleich, wie mir es scheint, seyn sollte. Denn ist denn die Kan-zcl nur dazu, daß sie strafbare Handlungen bekannt machen soll?Würde dieser Zufall nicht eben so gut erbauen, als jede andre Ab-dankung? Ich frage Sie darum, mein Herr. Weil es aber dochder Gebrauch nicht ist, so erzeigen Sie mir wenigstens den Gefallenund unterstützen meine Begierde denjenigen kennen zu lernen, anwelchen ich mich mit meinen schuldigen Danksagungen zu wenden habe.Zeigen Sie diesen Brief einer gewissen Person von ihren Bekannten,welche Ihnen wohlwill, welche überall in der Welt bekannr ist,welche alles wissen will, und in der That auch alles weiß, welchealles sagt, was sie weiß, nno zuweilen noch mehr. Sie wird plau-dern, sie wird plaudern lassen, und dadurch wird vielleicht jemandhinter das Geheimniß kommen. Diese Person ist das Publicum.Ich bin mit aller Hochachtung, mein Herr zc."

piron.

Auf diesen Brief folgt eine kleine Sinnschrift, wovon dieses derEinfall ist.Wann derjenige, welcher gerne Gutes thut, ein BildGottes auf Erden ist, so ist der es noch vielmehr, welcher es un-sichtbar thut." - - - Wir hoffen, daß Leser von Gefühl hicrbey al-les empfinden werden, was eine das Licht fliehende Eroßmuth, undeine Dankbarkeit, welcher man die Hände gebunden hat, empfindenzu lassen fähig ist. Wie schmeichelnd ist diese uneigennützige Wohlthat,