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3 (1838)
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Das Neueste aus dem Reiche des Witzes.

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Glauben sie nicht M. H. daß der glückliche Dichter dieses Liedes einenvortrcflichcu Ansatz zu einem anakrcontischcn Dichter gehabt hat? Erst-lich ist es gereimt und auch nicht gereimt, wie man es haben will,darnach ist eine so allerliebste Gedankenleere Tändelet) mit den Tönendarinnen als man nur in einer anakrcontischen Ode verlangen kan.Er und Sie die Hauptpersonen einer anakrcontischcn Ode sind auchda; kurz ich glaube der artige Kopf welcher dieses Licdchen gemachthat, hätte es auch wohl dahin gebracht eine anakrcontische Ode zumachen in der Trinken und Russen nicht genannt wäre, welches eineErfindung in der anakrcontischcn Dichtkunst wäre, auf die man einenPreis; setzen sollte. Ich bin :c.

Antipompil.

Monat Octobcr 1751.

Das einzige Denkmahl, woraus man sich einen Bcgrif von derArtigkeit der alten Römer, von ihren feinern Sitten, dem Geschmackein ihren Ergötzungcn, dem Tone ihrer Gesellschaften, der Wendungihrer zärtlichen Gesinnungen, machen kan, ist des Ovids Aunsr zu lie-ben. Hundert Werke werden uns jene Beherrscher der Welt als grosse,mächtige und tugendhafte Geister schildern, dieses allein schildert sieuns als Geister, welche empfunden, ihre Empfindungen geläutert unddie Natur zur schönen Natur ausgebildet haben.

Von dieser Seite ist dieses Gedichte unschätzbar. Es hat eine an-dere Seite, die es weniger ist, diejenige ncmlich, auf welcher es sei-nem Titel widerspricht. Lehrte Ovid die Kunst zu lieben, er würdeder liebenswürdigste und unschuldigste Dichter sey». Die schamhaftesteJugend würde ihn lesen, und jener Trieb der Natur wurde ein Füh-rer zur Tugend werden, da er bey denen, die ihn nicht zu ordnenwissen, ein Lcrleitcr zu den unsaubcrstcn Ausschweifungen wird. AlleinOvid lehret die Wollust, jene sinnliche, die ohne Zärtlichkeit des Her-zens vom Genuß zum Genusse schweift, und selbst in dem Genusseschmachtet.

Verschiedene Neue scheinen den Widerspruch, welcher bey dem rö-mischen Gedichte zwischen dem Titel und der Ausführung ist, eingese-hen zu haben. Wie schwer ist cS dasjenige gut zu machen, was einLvid schlecht gemacht hat! Jeder von seinen Nacheifrcrn hat sich einbesonder Lehrgebäude von der Liebe gemacht. Des Italiäncrs pietroMichele m'lo clo^U »mnnli ist eine Sammlung süsscr Grillen und