Das Ncncsic aus dcm Reiche des WitzeS. S39
wortreicher Tändclcycn. Kau auch ein Ztaliäncr von der Liebe schrei-ben ohne zu platonisircn? Die Maximen der Äiebe des Grafenvon Bussy sind lächerlich ernsthafte StoßgcbctchcnS, und was diekalte Frau von Lambert von dieser feurigen Leidenschaft sagen will,sind metaphysische Grübelcycn, die nach dcm Hotel de Rambouilletschmecken. Wo hin und wieder ein Deutscher die Liebe zu seinem Ge-genstände gehabt hat, da wird man schwerlich mehr als schnlmäßigcDcclamationcS finden, welche die Ohren füllen, und dcm Leser nichtszu fühlen gcbcn, wcil die Verfasser nichts gefühlt haben.
Ein liebenswürdiger Franzose ist glücklicher gewesen. Bernard hatuns in seiner Runst zu lieben ein Gedichte geliefert, welches diesenTitel behauptet. Schon seit fünf bis sechs Jahren hat die Welt un-vollständige Abdrucke davon gelesen, und mit Vergnügen, so unvollstän-dig sie gewesen sind. Nur erst zu Ende des vorigen Jahres hat maneine getreue, verbesserte und ganze Ausgabe erhalten. Wir würden we-niger berechtiget seyn ihrer hier zn gedenken, wenn sie in Deutschland mehr bckant geworden wäre. Sollten wir glauben, daß ein Auszugdeswegen mißfallen sollte, wcil hinter dem 1^ auf dcm Titel nicht nochein I stehet? °
Dieses ncuc Gcdichtc, welches aus sechs Gesänge» bestehet, lehretdie Knust die Licbc dcm Wohlstände zn unterweisen, den Pflichtenund den Sitten; doch ohne ihr Zwang anzuthun, ohne ihr ihre Rcitzezu nehmen, ohne sie Einschränkungen auszusctzcn, dic sie vernichten; miteinem Worte, ohne von ihr zu verlangen, daß sie keine Leidenschaftsey. Der Dichter hat sich nicht vorgesetzt dic Natur zu ersticken, son-dern dic Licbc zn lchrcn, wie sie ein ehrlicher Mann zn empfinden,und das zärtlichste Frauoizimmer beyzubringen wünscht. Das ganzeWerk läuft auf den Lehrsatz hinaus: man tan stch durch nichts alsdurch gute Eigenschaften beliebt machen.
Wir wollen von Gesang zn Gesang gehen, um den Leser in Standzu setzen den Plan zu übersehen; und wollen hin und wieder kleineStellen einrücken, um ihn in den Stand zu setzen, von der Ausfüh-rung zu urtheilen.
Der erste Gesang fängt sich mit der Entdeckung des Vorsatzes, und
° I^'itit <I'!UI»0>', noiivemi poeme eil fix i!lt»>»8 I>kr Mr. '"""-SK. tM-linn iillele xo»n>Iette, eiiriclüe >Ie sixure«. ->, r.vmlreSz »ux ileiien» tlelii cvniMxiiw. IUN<X'l>. e» 8.