260 Das Neueste aus dem Reiche des Witzes.
Hiermit endet der dichter seine Kunst zu lieben. Zum Schlüssedes Werks findet man noch ein Gedichte über den Tod seiner Zului,die er in dem ersten Gesänge als seine Muse angeruffcn hat. DiesesGedichte ist ungcmein zärtlich, und vielleicht ist mehr Empfindung dar-innc, als in allen sechs' vorhergehenden Gesängen; wovon wir dem Le-ser das Urtheil überlassen wollen, da wir ihn gnngsam in den Standgesetzt haben, es fällen zn können,
Monat December 175l.Der Herrmann und der Niinrod wurden in diesen Blättern kei-nen Platz gefunden haben, wenn sie nicht der unbekannte Verfasserfolgendes Schreibens seiner Aufmerksamkeit und Gcdult gcwürdiget hätte.Mein Herr.
Sie sind sehr unachtsam auf die merkwürdigsten Begebenheiten imReiche des Witzes. Sie haben Ihren Lesern noch gar nichts von denneuen Lichtern erzählet, welche diesem Reiche in der lctztverwichcncnMichaelSincssc aufgegangen sind. Haben Sie denn den Herrmaimund den Nimrod noch nicht gelesen? Oder haben Sie denn nicht we-nigstens die Vorrede des Normnnds des guten Geschmacks in Deutsch-land durchgelaufen, welche derselbe dem erster» vorgesetzet hat? Dawürden Sie gefunden haben, daß cS nnnmehr mit dem Deutschen Witze aufs höchste gekommen ist, und daß, wenn die Ausländer auchzehn Henriaden anfzuweisen hätten, wir Deutsche ihnen doch nunmehrbeherzt unter die Augen treten, und ihnen dieses Heldengedicht selbstzum Muster ihrer künftigen Werke dieser Art vorlegen könnten.Warum haben Sie denn Deutschland zu diesem längst vergebens ge-wünschten Zeitpunct noch nicht Glück gewünscht? Ich will doch nim-mermehr hoffen, daß Sie ein Franzose sind, welcher vor allen Mei-sterstücken des Deutschen Witzes Augen und Ohren verschließet, umnur das bisgen Ehre seiner witzigen Landslente noch in Ansehen zuerhalten. Da wir längst den Ausländern in allen Arten von Gedich-ten Trotz biethen tonnten, so fehlte es uns nur noch an einem Hel-dengedichte; und siehe, das haben wir nun, Gottlob! an dem Herr-mann/ wie der Titel desselben klärlich ausweiset. Kommen Sie mirja nicht mit dem Meßias, und sagen Sie ctwan, daß dieses auchein Heldengedicht sey. In der Schweiz und in den derselben incorpo-rirtcn Landen kann er allenfalls dafür gelten: aber in Deutschland hat