Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
255
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Das Ncucste aus dem Reiche des Witzes. 265,

tuug. Aber man ward endlich diese allzu ernsthaften Schauspiele über-drüßig. Ans die Geheimnisse folgten moralische Handlungen, ans diemoralischen Handlungen lustige Stücke, auf die lustigen Stücke Nar-renpossen, oder vielmehr man machte aus allem 'diesem halb ernsthafte,halb possierliche Stücke, an welchen sich das Publicum ärgerte. Mannahm ihnen ihr Theater, und das Hans zur Dreyeinigkeit ward wie-der ein Hospital, welches es bey seiner Anlegung hatte seyn sollen.

Im Jahr 1648 verlies; diese Gesellschaft diesen Lrt, und da siesiel, viel verdienet hatte, so kaufte sie den alten Pallast der Herzogevon Bourgogne, welcher nur noch in einem Maucrwcrk bestund. Sieließ daselbst einen Saal, ein Theater und die andern Gebäude bauen,welche man noch itzo sieht! Das Parlcmcnt erlaubte ihr, sich daselbstzu setzen, doch mit der Bedingung, das; sie lauter weltliche, erlaubteund ehrbare Stück spielen sollte.

Die Brüder des Leidens Christi, welche Profession von der Gott-seligkeit machten, konnten sich lange Zeit nicht zu weltlichen Stückenbequemen und 4t1 Jahre hernach, nämlich 1588, überließen sie ihrTheater zur Miethe einem Trupp Französischer Comödianten, welchersich damals mit Erlaubniß des Königs zusammen that. Die Stücke,welche man damals spielte, waren schon ein wenig erträglicher, als dieStücke der Brüder des Leidens Christi. Der Geschmack ward allmäh-lich mehr ausgebreitet und gcrcinigct. Die unter Ludwig XI. erfun-dene Buchdruckcrkunst, und die unter Franciscus I. wieder hergestelltenWissenschaften hatten eine neue Laufbahn eröffnet. Die Bücher warengemein geworden, man hatte Sprachen gclcrnct, man übersetzte dieLust- und Trauerspiele der Alten; man wagte es so gar, ans diesenSchauspielen neue Französische zn machen, d'ticnne Jodelte von Pa-ris ist der erste unter den Französischen Poeten, welcher Schauspielein Französischer Sprache verfertiget hat. Die Neuigkeit dieser Schau-spiele machte den meisten Ruhm dieses Poeten aus. Von dem Jo-delte his zu dem Robert Garnic war der Fortgang der dramatischenWerke in Frankreich nicht sehr merklich. Dieser letztere war aus laFertc Bcrnard in Maine gebürtig. Er bildete seinen Geschmack nachden Trauerspielen des Scncca. Cr bemühte sich, diesen Dichter nach-zuahmen, und es gelang ihm völlig. Von seiner Zeit an bis zumAlexander Hardy erlangte die dramatische Poesie eine neue Vollkom-menheit. Dieser lebte zn Anfange des 17. Jahrhunderts und war