Vorrede zn Marignys beschichte der Araber.
Irrthümern nicht anders als gut urtheilen können. Mit denallzugrobcn aber, welche so beschaffen sind, daß sie bey der jetztweit crlcuchtctcrn Zeit gleich in die Augen fallen und daher derKürze wegen hier Übergängen werden, wird man Mitleiden ha-ben. Ich vergleiche ihn übrigens einem muthigcn Pferde, dasniemals mehr Feuer aus den Steinen schlägt, als wenn esstolpert.
Des Abts von Marigny Geschichte der Araberunter der Regierung der Califen. Aus demFranzösischen.
Erster Theil, 1753.
Vorrede des Uebersehers.
Die Ursachen, welche der Abt von Marigny gehabt hat,diese Geschichte der Araber zu schreiben, sind eben die Ursachen,welche mich bewogen haben, seine Arbeit zu übersetzen.
Er fand in seiner Sprache sehr wenig Nachrichten von ei-nem Volke, dessen Thaten unsrer Ncugicrde nicht unwürdigersind, als die Thaten der Griechen und Römer: ich fand in dermcinigcn fast gar keine.
Was er in andern, besonders in den gelehrten, Sprachendavon fand, waren zcrstrcuctc Glieder. Er gcricth auf denEinfall, ein Ganzes daraus zu machen; und vielleicht würde ichselbst darauf gerathen seyn, wann er mir nicht zuvor gekom-men wäre.
Er stellte sich dabey einen Nollin zum Muster vor. Undschon dieses Muster kan ein gutes Vorurthcil für ihn erwecken.Er suchte die bequemsten Quellen; er zog nichts daraus, waser nicht für eben so ergötzend als lehrreich hielt; er brachte al-les in eine Ordnung, welche den Leser nirgends den Faden derGeschichte verlieren läßt; er vermied alle gelehrte Untersuchun-gen, die nur denen angenehm seyn können, welche die Historieals ihr Hauptwerk treiben. Daß er über dieses die Kunst wohlzu crzchlen, und die edle Einfalt in Worten und Ausdrücken,