Druckschrift 
Einführung in einige Hauptgebiete der Nationalökonomie : siebenundzwanzig Beiträge zur Sozialwissenschaft / von Georg Friedrich Knapp
Seite
18
Einzelbild herunterladen
 

18

I. Statistik.

man heute noch die Wichtigkeit seiner Bestrebungen anerkennt, dafürspricht die fast unumgängliche Anknüpfung an seine Gedanken bei allenanderen Schriftstellern und zuletzt auch die Ausführlichkeit der vor-liegenden Kritik.

Dieselbe soll vielmehr, anstatt den Blick auf die engen Grenzen derDisziplin zu beschränken, den wissenschaftlichen Charakter Queteletsim allgemeinen herauslinden und kann daher nicht stillschweigend überdie, wie es scheint, nachweisbaren Verirrungen weggleiten. Möge man diesals den oft erlebten Rückschlag bezeichnen, der nach blinden Lobes-erhebungen einzutreten pflege; ein solcher Rückschlag ist unvermeidlich,wenn die Sache selbst vorwärtsgehen soll. Diejenigen, welche sich mehrals Zuschauer verhalten, können dem verdienten Manne leicht die Vorzügelassen, die Mängel hingegen seiner Zeit anschreiben. Wer aber auf dem-selben Gebiete Weiterarbeiten soll, wird sich nicht ersparen können, dieScheidung der Eigenschaften in Vorzüge und Mängel streng zu voll-ziehen, in deren Beurteilung dann andere mild sein mögen.

Um die Fülle literarischer Einzelheiten zu beseitigen, dient der inIlildebrands Jahrbüchern vorausgeschickte Bericht über die SchriftenOuetelels; es ist daraus hier nur zu wiederholen, daß die Schriften indrei Perioden zerfallen (solche, die dem WerkSur lhomme von i 835vorhergegangen sind, solche, die zwischen diesem Werk und demSysteme social von i 848 liegen, und endlich, die bis zurPhysiquesociale von 1869 undAnthropometrie von 1870 erschienen sind), unddaß sie teils zur Sbzialstatistik, teils zur Anthropologie gehören.

Für den gegenwärtigen Zweck empfiehlt es sich, nach den Stollen zuordnen und zuerst von den Beiträgen zur Bevölkerungskunde, dann vondenen zur Moralstatistik und endlich von denen zur Anthropologie zusprechen. Auf die Darstellung der besonderen Lehren folgen die all-gemeineren Gedanken,' besonders über das System der Gesellschaft unddie Folgerungen daraus für die Systematik, für die Wahrscheinlichkeits-rechnung und für die Philosophie. Am meisten Gewicht würde der Ver-fasser auf den Teil 1 legen, der von der Moralstatistik handelt, weil hierQuetelets wahre Bedeutung liegt; dem allgemeineren Teil dagegen mögees angerechnet werden, daß es kaum möglich ist, so kühnen und oft soundeutlichen Behauptungen zu folgen.

I. Die einzelnen Lehren.

1. Bevölkerungslehre: statistische Beiträge; es fehlt die Anschauung vomWesen einer Bevölkerung, daher die Theorie des Bevölkerungswechsels wenig