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IV. Geldtheorie.
Laune des Staates, Einrichtungen zu treffen, die mit den Paragraphender Professorenhefte im Widerstreite stehen.
Aber nicht mit Ratschlägen wollen wir bedient werden; der Mann,von dem wir Antwort erwarten, muß uns vorher versprechen, daß erdie Rechtsordnung des Staates in ihrer geschichtlichen Entwicklunguntersucht und auf Grund dieser Sachlage, die für uns die Wirklichkeitdarstellt, rein beobachtend und nachdenkend herausbringt, was hiernachdie Werteinheit ist. Hat er das getan, so wollen wir als Zugabe auchnoch geduldig anhören, welche Ratschläge für die Gesetzgebung unserGewährsmann etwa auf Lager hält.
Wir erwarten also eine rechtshistorische Antwort auf unsere Frage,welche genauer lautet: was versteht der Staat unter dem Regriff derWerteinheit? Denn da der Staat unser Zahlungswesen rechtlich ordnet,und wir an diese Rechtsordnung gebunden sind, so wollen wir hören,was der Staat meint. Da der aber keine natürliche Person ist, so könnenwir die Antwort nur aus seinen Taten erschließen — und die Hand-lungen des Staates entnehmen wir aus der von ihm geschaffenen Rechts-ordnung.
Dies unser Vorgghen kann man ablehnen und statt dessen Vor-schlägen, daß ältere Schriftsteller und neuere Kollegienhefte zu Rategezogen werden sollen, in denen die Definition der Werteinheit enthaltensei. Wer das aber tut, der widerlegt uns nicht, es sei denn, daß er unsereDarstellung der Rechtsverfassung des Geldes widerlegt; denn wir wollenja gerade diese Verfassung in ihren Entwicklungsstufen aufdecken, umzu sehen, welchen Zielen sie zustrebt. Alle Angriffe auf die staatlicheTheorie müssen also auf diesem Boden stehen, auf dem der Rechts-geschichte, oder sie sind bloße Gegenrede von Männern, die sich aufdie gestellte Frage nicht einlassen wollen. Diese Frage aber lautet inanderer Fassung: von welchem Grundgedanken aus erscheint die Rechts-ordnung des Geldwesens in sich folgerichtig? Wenn wir einen solchenGrundgedanken nachweisen, so ist er als rechtshistorische Grundlagedes Geldwesens anzuerkennen, gleichgültig, ob er uns gefällt oder nicht.
Hören wir zuerst die herrschende Meinung; deren Träger wollenwir als Metallisten bezeichnen, ohne weiter darauf zu achten, daß esMonometallisten und Bimetallisten gibt. Der Metallist erklärt alle Er-scheinungen durch die beiden Stichwörter Metall und Kredit.
Er stellt zunächst den Satz auf: eine Mark bedeutet den i3g5. Teil