Druckschrift 
Einführung in einige Hauptgebiete der Nationalökonomie : siebenundzwanzig Beiträge zur Sozialwissenschaft / von Georg Friedrich Knapp
Seite
251
Einzelbild herunterladen
 

Erläuterungen zur Staatlichen Theorie des Geldes.

251

war also der Mangel einer exodromischen Verwaltung und diesenMangel gibt es nicht mehr; die intervalutarischen Kurse sind fest, weilsie jetzt befestigt werden.

Gleichwohl bleibt noch etwas Ungeklärtes zurück. Jene 3 12 MillionenGulden in Papier sind gleichsam aus nichts entstanden, wie durchZauberei; also werden sie kein Reichtum sondern Schwindel sein; denSchwindel aber wollen die Metallisten nicht, und da haben sie ganz recht.

Aber wer hat denn behauptet, daß die 3 12 Millionen Gulden in Staats-noten ein Gut im naturalen Sinne des Wortes gewesen seien? Wir gewißnicht. Sie stellen einen administrativen Behelf für die Zahlungen imInnern dar; diese Zahlungen sind nur gegenseitige Abrechnungen. DerVerkäufer von Korn wird dadurch in den Stand gesetzt, seine Kleiderund Schuhe zu bezahlen. Solche Vorgänge vollziehen sich weiter auchbei Verwendung von Zahlungsmitteln, deren naturaler Wert gleich Nullist, denn die rechtliche Geltung ist unabhängig vom Werte der Platten.

Es ist der große Fehler der Metallisten, daß sie diesen Zustand,den sie meinetwegen bekämpfen mögen, als anomal auffassen, das heißtso, als wenn dabei keine richtige Zahlung zustande käme.

Nicht im Zahlungswesen, sondern in der Finanzverwaltung desStaates treten die Folgen des Zaubermittels zutage. Der Staat als wirt-schaftende Person hat gewisse Folgen zu tragen, denn aus nichts wirdnichts. Also muß hier ein ganz anderes Gebiet flüchtig berührt werden.

In seinen Kassen findet der Staat dann nur Papier, dessen Verwendungim Innern zwar möglich ist; aber diese Zahlungsmittel lassen keinenaturale Verwendung zu; sie haben nur juristische Eigenschaften. BaresGeld hingegen würde dieselben juristischen und daneben noch naturaleEigenschaften haben. Das ist ein gewaltiger Unterschied, den diejenigenam wenigsten ableugnen, die sich bemühen, all dies aufzuklären.

Nun entsteht immer die Befürchtung, der Staat werde die gefährlicheZauberei übertreiben; das tut er zuweilen, aber doch nur, wenn es sichum Sein oder Nichtsein handelt. Wir denken uns einen Staat, der durchregelmäßige Voranschläge seine Ausgaben vorher in Betracht zieht unddaher einen Überblick der nötigen Einnahmen hat; diese Einnahmenwill er sich durch Steuern, Erwerbsbetriebe des Fiskus, Anlehen unddergleichen verschaffen, aber nicht durch Ausgabe von Staatsnoten, wo-von er wie in Österreich bereits genug hat.

Dann hat der Staat das künstliche Zahlungsmittel an Stelle des natür-lichen gesetzt; er hat einen Zahlungsverkehr, aber er hat nicht die-