298
eilfter Brief.
tcndc Stelle, die ich anstatt eines Beweises anführen kann, sobesinne ich mich, daß Hora; irgendwo sagt:
t^um j>rol'<Zi>l'ei'ui>t anlmalia itt!»
Nutum et tui^»o ^><zcus vtc.Verzeihen Sie es meiner Faulheit, daß sie ihre Faulheit keinerMühe überheben, und diesen Ort nicht genauer nachschlagen will.Ich bin zc. W " 1752.
Eilfter Brief.An den Herrn D.Ja; es ist wahr, was Ihnen unser Freund von einem weit-läuftigcn Gedichte über die Mehrheit der Welten, welches er,wie ich mich erinnere, vor länger als sechs Jahren bey mir ge-sehen, crzchlt hat. Es war einer von meinen allerersten Ver-suchen in der Dichtkunst, den ich noch bis jetzt blos aus derAbsicht aufhebe, aus welcher andre einen Schuh oder Strumpf,den sie in der Kindheit getragen, aufzuheben Pflegen. So schwachich auch noch jetzt bin, so kaun mir doch die Betrachtung, daßich einmal noch schwächer gewesen, nicht anders als angenehmseyn. Die neue Theorie des Whistous, und des Hugcns Kos-mothcoros, hatten damals meine Einbildungskraft mit Begriffenund Bildern erfüllt, die mir desto reißender schienen, je neuersie waren. So viel sahe ich, daß sie einer poetischen Einklei-dung fähiger, als irgend eine andre philosophische Materie seynmüßten. Allein die Kunst sie zu bearbeiten, fehlte mir. Ichwußte nicht wie sich abstractc Wahrheiten durch Erdichtungensinnlich machen liessen, noch viclwcnigcr wie man trocknen Be-trachtungen das lachende Ansehen scherzhafter Einfälle gebenkönne. Ich reimte also meine Gedanken nach einer ziemlichmathematischen Methode; hier und da ein Glcichniß; hier undda eine kleine Ausschweifung; das war alles poetische, was ichdabey anbrachte. Urtheilen Sie also, wie beschämt ich einige Zeitdarauf ward, als ich die Gespräche des Herrn von Fontcncllein die Hände bekam, die ich vorher nur dem Namen nach ge-kannt hatte. Die Augen gingen mir auf einmal auf, und ausdem Leben, welches er, als ei» prosaischer Schriftsteller, seinemNortragc gegeben hatte, schloß ich auf dasjenige, welches ich,