Sechzehnter Brief,
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aus dem Zmihaltc lind aus der Anrufung. Man lasse uns nun-mehr die Exempel der Griechen gegen die Ercmpcl der Römerhalten. Man wird einen Unterscheid antreffen, welcher so deut-lich ist, daß ich mich wundre, wie ihn noch niemand") ange-merkt hat. Die griechischen Hcldcndichtcr verbinden den Inhaltund die Anrufung; die römischen trennen sie. Den Anfang derZliade und der Odyssee habe ich schon angeführt. Dort heißtes: Besinge mir, Gstrm, den Zorn des Achilles :c. HierSage mir, Muse, den Mann:c- Bcydcmal ist die Gottheitbey dem Dichter das erste. Er erkennet seine Schwäche. Ersagt nicht: ich will den und jenen Helden besingen; er unterstehtsich nichts, als der Muse nachzusingen. Durch diesen einzigenZug schildert er sich als einen bescheidenen Mann, als einenMann, der sich der Gnade der Götter überlasset; zwey Stücke,welche ihm das Vertrauen der Leser erwecken, nnd den zu er-zchlcndcn Wundern einen Grad der Wahrscheinlichkeit geben,den sie nicht haben würden, wenn sie sich bloß auf ein mensch-liches Ansehen gründeten. Die wcitläuftigcii griechischen Dichteralle, sind dem Homer hicrinnc gefolgt. Aratus fangt an: ^öl,-
«9XU^k0^«> Apollonius Rhodius o'xci, wvtjZx —
— — und mit diesem Gebete verbinden sie so gleich den Inhalt.
l°) Außer vicllcickt der einzige Cowlcv, welcher in den Amiicrrungcn z»dem ersten Buche seiner Daviders folgendes schreibt: ?'iie Outtoin o5 >io-xiiminx All Poems, -»-IN, I>i'oiivsitiun os Nie vilolo voi'K, iincl sn Invo-ciilion os some <üo>I kor Iiis »ssiktilnce I» xo Ilirvuxll villi il, i« so kolemiil^«n>I religiousl/ olikelvell illl lllv -lneient ?ovts, lliilt llioussli I ooulllIliive kounci out it oelter ^v»v, I kllvuUl not (I lliink) Imvo vei»iire>i »nouit. Lut tliero e»n Iie, I delievo, none detter; ?»»> luat ngrt os tue Invo-cstion, ik it »eciline » Ile»tl>en, is 110 lel» necessur^ sor » rllriktisnI>oe>.
^ove /»'»!c<^i«m ^/,;/«e; «nci it follons Illen vei^' niUursll^, »/ov»omnia ^>/e?ia. riw vvllole ^vvili m»> reilsoiiülilv uone lo I)u Mlecl vill» i»Mvine 8>i!rit, ^vlien it Iiexin» viril !l prüder lo Iie so. 'rilv lZrsci!»!» Iiuil»lis pvilill vitll lekü stille, siill milllo Iiut vne vilit of tliete in >vlii<:l>,
si»I slniosl sll lliinxs elko, I proker Nie ^juilzmeilt vs llls I.slins; lllouglixener^II^ luv .lulikecl ll>e ?r»>er, I>v oonverlinx it srom tlle veil^, lo tllevorkt vk Ale», tlieir prinees: I^li(->» .iiiresses it to ^'ei'o^ siul Stslius«o ^1<»n//!an; dolll imitilting Uierei» ^In» not elluülling) Virxil, vlw inIn» KeorgioKs elmsos ^Uizustns sor Nie VHect vk Ili» luvoosllion, » Ko«>iiltle kunerior to tue oliier l^vo.^I Anmerkung der Ausgabe von 1785,