316 Sechzehnter Brief. ' -
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"Lo'ncxi'x ^>.ot ll. f. W.singt Eoluthus zu Anfange seines Raubes der Helena. Derzärtliche Musäus selbst, wenn er anhebt:
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Besinge mir, Göttin, die Fackel die Zeugin verborgener Liebe;Den nächtlichen Schwimmer zum Feste des Ehcgotts, jenseit
dem Meere,
Die dunkeln Umarmungen, unübcrrascht von der Bothin
des Tages,
Besinge mir Scst und Abyd, wo sich Her» im Dunkeln ver-mählte zc.
vergißt diese heilige Gewohnheit nicht. Und, daß ich cs kurzmache, die Unterlassung dieser Gewohnheit ist cs offenbar, welcheHoraz an dem kyklischcn Porten tadelt. Der Stoff seines Liedeswar allzuwichtig, als daß man glauben könnte, er würde ihnohne eine göttliche Begeisterung ausführen können. Anstatt dasGlück des PriKMns und den edlen Rrieg rvill ich singen;hätte er also nach dem Beyspiele des weisen Homers sagen sol-len: Singe, Muse, das Gluck des Priamns und den edlenRrieg; und alsdcnn würde er dem Tadel des Römers entgan-gen seyn. Es ist auch in der That besonders, mit einem stol-zen Ick anzufangen, und alsdann die Musen anzurufen, nach-dem man schon alles auf die eignen Hörner genommen hat.Das heißt anklopfen, wenn man die Thüre schon aufgemacht hat.
„Nach dieser Erklärung nun wird man ohnschwcr errathen,was ich auch in Ansehung des Messias wünschte; daß HerrRlopstock nehmlich dem Exempel des Homers gcfolgct wäre.Es würde ihm, als einem christlichen Dichter, um so viel anstän-diger gewesen seyn, wenn der Ansang ein Gebet gewesen wäre;als daß er seiner Seele befiehlt ein Werk zu besingen dem sie,so unsterblich sie ist, zu schwach ist, wenigstens ihm gewachsenzu seyn, sich nicht rühmen muß. Es ist wahr, das dcmüthigstcund zugleich erhabenste Gebet folgt darauf; allein der kyklischcDichter wird die Anrufung der Musen gewiß auch nicht verges-sen haben; und gleichwohl tadelt ihn Horaz .