Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
317
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Siebzehnter Brief. 317

Ich will mich nicht länger hierbei) aufhalten. Mein gan-zer Tadel ist vielleicht eine Grille, die sich, wie man sagen wird,auf nichts, als das Ansehen des Homers gründet. Wannnun aber Homer eben durch diese religiöse Bescheidenheit dasLob eines Dichters, yu> ml molitur inc!pto verdienet hatte? Doch ich gehe wieder zurück anstatt weiter zu gehen. Wasich bisher gesagt, hat den Eingang des Messias überhaupt be-troffen. Man erlaube, daß ich ihn nunmehr Zeile vor Zeilebetrachte."

Sie aber, mein Herr, werden mir hier wieder einen kleinenRuhcvunct erlauben. Zch bin das Denken wcnig gewohnt, aberdas Abschreiben, ohne zu denken, noch weniger. Und was kannich neues bey etwas denken, was ich schon durchgcdacht zu ha-ben glaube? Zch bin zc.

Siebzehnter Brief.An ebendenselben.Zch füblc mich bellte zum Bricfschrcibcn so wcnig aufgelegt,daß Sie ganz gewiß, mein Herr, dicscsmal keinen bekommenwürden; wenn ich mich nicht zu allem Glückc besänne, daß ichja nur abschreiben dürfte, um einen Brief fertig zu haben.

Wenn es weiter nichts ist, so wollen wir wohl sehen.--

Zweite Fortsetzung. °)Singe unstcrblichc Seele der sündigen Menschen Erlösung.Ueber die Anrede habe ich mich schon erklärt. Man be-trachte sie als eine blosse Anzeige dessen, was der Dichter thunwill, oder als eine Aufmuntcrung an sich selbst, so muß ichbcydcmal fragen, warum er hier seine Scclc, auf der Seite ei-nes unsterblichen Wesens betrachtet? Zch weis es, die Erlösungist nichtig, wann unsere Scclcn nicht unsterblich sind; dcr Stoff,den er sich gewählt, ist ein Stoff, der ihm in die Ewigkeit nach-folgt; und aus diesen Gründen würde man das unsterblichvielleicht rechtfertigen können. Allein man sage mir, hat dcrDichter hier nicht die Gelegenheit zu einer weit gcmässcrn, zueiner weit zärtlichern Vorstellung aus den Händen gelassen?

°) Ebenfalls ans dem Neuesten, September 17Z1.