Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
330
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Zwey und zw.nizigster Brief.

Und ans dcr freyen RechteDen fürchterlichen Stab,

Den, als dcr Pindus jüngst in Libcrs Laube zcchtc,Dir der vergnügte Wirth zum Frcundschafts Pfande gab;Rciß schnell, dcr Wcstc Spicl, das flattcrndc Gewand,In schmutzig unachtsamc Falten!Und trenn mit nngcstümcr Hand

Die Perlenschnur, bestimmt das güldnc Haar zu halten,

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Nun nimm sie hin, die mir getreuen Saiten,

Und stimme sie zum Trancrton herab,

Zum Ton geschickt die Seufzer zu begleiten,

Und fromm zu schallen um ein Grab.Sollten Sie nicht glauben, daß ich Sie für meine Musehielte? Verzeihen Sie mcincr Zerstreuung, und erlauben, daßich von Ihnen aus einige melancholische Wochen, welche mir diesüsscsten von der Welt seyn sollen, Abschied nchmcn darf. Ichbin ?c. W * " 1752.

Zwey und zwanzigster Brief.An den Herrn D » "Nimmermehr hätte ich geglaubt, daß meine Ncdcn cincnsolchen Eindruck haben könnten. Ich erinnere mich ganz wohl,daß man in dcr Gesellschaft, in welcher ich Sie das erstemalzu sprechen die Ehre hatte, und von welcher wir, wann cs an-ders ihr Ernst ist, die Epoche unserer Freundschaft zu rechnenanfangen wollen, daß man, sage ich, damals das Gespräch aufdie neuste Geschichte wandte, und daß ich in dcm ganzen Um-fange derselben keine Begebenheit anzutreffen erklärte, welchemich mchr gerührt habe, als die Enthauptung des Herrn ^ci^iin Bern . Ich konnte mich nicht enthalten den vorteilhaftenBcgrif zu verrathen, den ich mir von ihm, Theils aus dcn öf-fentlichen Nachrichten, Theils aus mündlichen Erzchlungcn ge-macht hatte. Ich behauptete sogar, daß cr einen würdigen Hel-den zu cincm recht erhabnen Trauerspiele abgeben könne; undich battc das Vergnügen, daß Sie mir, nach einigem Wort-wccbscl, bcvsiclen. Wie vicl grösscr abcr ist das Ncrgnügc»,