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Zwey und zwanzigster Brief.
So muß die Tyranncy und der Tyrann erliegen,
Denn nur durch dessen Tod ist jene zu besiegen.
So denkt Fucttcr, Wyß, so denkt Richard und ich,
Und deine Gütigkcit scheint allen hinderlich.
Sich, Henzi, dieses Blat läßt dir die Namcn wissen,
Die allc dicse Nacht durch uns crkaltcn müssen.
Nimm. Lies es. Folget mir, geht heute nicht in Rath;
Weil er ohndcm Verdacht, obgleich auf uns nicht, hat.
Lies nur, doch laß dich nicht dcr Namcn Menge schrecken.
Ihr schneller Tod wird uns die Freyheit aufcrwcckcn.
Was wagt man--
Henzi. (liefet.)
Steiger? Wie? Dcr soll der crstc seyn?Dcr redlichste des Raths? Das geh ich nimmer ein.Soll das gerechte Haupt dcr Glieder Frevel büsscn?Zhn hat Freundschaft und Blut dem Vaterland entrissen.Er kann Berns Vater seyn. Bern seufzet noch um ihn.Drum laß uns ihn dem Schimpf, sein Herr zu seyn, cntzichn.
Dücret-
Wohl! durch den Tod.
Henzi. lzcrrciszt das Blat.)
Da nimm die unglücksclgc Rolle
Und sage deiner Brüt---
Dücret.
Daß Henzi dicncn wolle?Daß ihm des Feindes Blut wie seines kostbar ist?Daß er des Staates Wohl um Steigers Wohl vergißt?
Henzi.
Za Rasender! (geht zornig ab.)
Dritter Auftritt.Diicret.
Er geht? Henzi! Henzi! Nerräthcr!Ha! dcincr Weichlichkeit schien ich ein Missethäter?Wer? Steiger? Steiger findt an Hcnzi scincn Frcund?Er soll dcm Tod cntflichn? Er? Mein gcschworner Fcind?Aus Rache gegen ihn hat Dücret sich verschworen — —Und sollt er Henzis Brust mit ihm zugleich durchbohren--