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Zwcy und zwanjijzstcr Brief.
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als ein Mann, bey dem das Herz cbcn so vortrcflich als derGeist war, wird von nichts, als dem Wohlc des Staats ge-trieben; kein Eigennutz, keine Lust zu Veränderungen, keine Rachebeseelt ihn; er sucht nichts als die Freyheit bis zu ihren altenGrenzen wieder zu erweitern, und sucht es durch die allcrgclin-destcn Mittel, und wann diese nicht anschlagen sollten, durch dieallcrvorsichtigstc Gewalt. Dücrct ist das vollkommnc Gegentheil.Haß und Blutdurst sind seine Tugenden, und Tollkühnheit seinganzes Verdienst.
Sie werden leicht sehen können, daß in diesen Charakterender Knoten des Stücks gegründet ist. Hcnzi und seine Freundekennen den Dücrct, verabscheuen ihn und suchen sich aus allemögliche Art von ihm zu trennen. Dieser aber will selbstOberhaupt seyn, und sucht den Hcnzi verdächtig zu machen,wozu er sich dcs Uinstandcs mit dem Wcrnier bedient. SetzenSie nunmehr, daß ihm dieses nicht gelingt, und daß manihn völlig vor den Kopf stößt, so ist nach seiner Gemüthsartnichts natürlicher, als daß er selbst seine Mitvcrschworncn ver-räth, und sich aus der Schlinge zu ziehen sucht. Es liegt we-nig oder nichts daran, ob die Entdeckung wirklich so zugegan-gen, und ob Wernicr erst an dem Tage der Entdeckung andem Geheimnisse Theil genommen; genug daß beydes seynkonnte, und die Hauptsache darunter nichts leidet. Diese Ent-deckung würde ich zu Ende dcs dritten Auszuges vor sich ge-hen lassen, so daß sich die Charaktere der Gcgcnparthcy erstin den beyden letztem entwickelten. Ich würde Steigern sichHcnzis cbcn so eifrig annehmen lassen, als sich Hcnzi Steigersannimmt. Ich würde nur gewisse Glieder auf eine blutigeBestrafung dringen, und diese ohne jenes Vorwissen in derGeschwindigkeit geschehen lassen — —
Es thut mir leid, daß mir die Zeit nicht erlauben will,umständlicher zu seyn. Doch ich glaube nicht einmal, daß esnöthig ist. Halb so viel würde schon zureichend gewesen seyn,Zhncn meine Einrichtung zu entdecken, und weiter habe ichnichts gewollt. Lcbcn Sic wohl. Ich bin :c.