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Trey und zwanzigster Brief.
Der, wann er brechen soll, mit Blut gebcitzt nur bricht.Laßt, Freunde, länger nicht euch einen Fremdling treiben,Und in des Mietlings Hand des Staates Wohlfahrt bleiben,
Sein Beyspiel schimpfet uns--
Tnicrer.
Zwar ist der Schimpf sehr klein,Doch, möcht er euch ein Sporn, mich so zu schimpfen seyn!
Richard-
Schweig Dücrct! Gnug, wir sind aus unserm Schlaf erwachet.
Zorn, Nach und Wuth entbrennt. Du hast sie angefachet.
Dein Ruhm ist Neides werth; und dieser gnügc dir.
Des Werkes schwerern Theil, den übernehmen wir.
Von uns, von uns nur will sich Bern bcfrcyen lassen.
Steh ab! Es möchte dich statt alles Dankes hassen.
Wir sind uns selbst genug. Es zeige diese Nacht,
Ob uns die Tugend nur zu feigen Bürgern macht;
Ob sie das Rachschwcrd nie in fromme Hände fasset,
Ob sie des Wütrichs flucht und seinen Tod doch hasset.
Ihr wißt es, Blut und Glück verbindet mich dem Rath.
Doch Blut und Glück gehört zu allererst dem Staat.
Sein Wink, sein Wohl sey uns die heiligste der Pflichten,
Und soll man Faust und Stahl auf einen Vater richten.
Umsonst hegt ein Tyrann mit mir verwandtes Blut;
Zch thue das an ihm, was er am Staate thut!
Er unterdrückt sein Recht; ich will sein Blut verspritzen.
Flicht von entheiligten, sonst frommen Nichtcrsitzcn!
Kommt, Wyß, Fucttcr, kommt!
Fuetter.
Wohin erhitztes Paar?
Richard.
Wohin die Freyheit ruft; in rühmliche Gefahr.Kommt, lasset nur den Rath noch heute sicher wüten,Des künftgcn Morgens Glück soll alles froh vergüten.
Fuerter.
Hat Dücrct doch gesiegt? Und werdet ihr ihm gleich?Pflanzt er durch grobe List auch seine Wuth in euch?Ihr seyd des Haupts nicht werth, das uns der Himmel schenket,