Drey und zwanzigster Brief.
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Das nur auf Freyheit sinnt, da ihr nur Rache denket.Euch kennet Hcnzi nicht; und euch verkenn auch ich.Nennt mich nicht euer Glied, dieß Bündniß schimpfte mich.Geht! raset, mordet nur, und stürzet eure Brüder,Sind es Tyrannen gleich, mit samt dem Staate nieder!Doch wißt, ich werd es seyn, der euch dem Rath entdeckt,Und eurer blinden Wuth gcwißre Grenzen steckt.Der Staat versprach in euch sich edle freye Bürger,Und findet im Voraus lcichtsmngc Brüder Würger?Welch Bubenstück, hebt ihr die Freyheit also an,Ist schrecklich gnug, das er von euch nicht fürchten kann?Nein, ewig drücke den der Knechtschaft Schand und Bürde,Der seine Freyheit nur zu Lastern brauchen würde.O Freyheit, welcher Schimpf! o Hcnzi, welche Qual
Steht deiner Tugend vor---
Dücret.
Spar auf ein andermalSein unschmackhaftes Lob. Vielleicht wirds bald geschehen,Daß ihr ihn unvcrlarvt, wie ich ihn sah, könnt sehen.Geschieht es nicht zu spät, so dankt es einzig mir.Du drohst uns mit Verrath, doch — — zittrc selbst dafür!
Vielleicht--ich zweifle nicht--Wir sind wohl schon
verrathen.
Fuctter.
Ha! Einem Dücret träumt von lauter Missethaten.Geh nur! steck andere mit deinem Mißtraun an.
Wer thäte so was?--Doch, vielleicht hast dus gethan?
Du nur--
Dücret.
Ist das mein Dank, wann ich euch hinterbringe,Daß Steiger selbst vielleicht in eur Geheimniß dringe?Daß ein treuloses Glied den schweren Schwur verlacht,Und Mitgcnosscn sich, die ihr nicht kennet, macht;Daß es mit jedermann den grossen Vorsatz theilet,Der schon von Haus zu Haus, von Ohr zu Ohren eilet;Daß es der Strafe trozt, die es auf den VerrathMit euch selbst festgesetzt, mit euch beschworen hat.