Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
350
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Trcy und jwaiijigstcr Brief.

Richard.

Er trozt der Straft! Wie? Wer ists? Du mußt ihn ncnncn.Es soll mir eines seyn, ihn todten und ihn kennen.Er soll dem Himmel eh, als unsrer Straf entflichn.Wer ist es?

Fuetter.

Wer?

Wyß,

Wer ists?

Tmcret.Hier kömmt er! strafet ihn!

(Geht ab.)

Andrer Auftritt.Henzi. Zlictrer. Richard. Wyß.Henzi.

Bin ich noch euer Freund? Bestürzt euch diese Frage,So gönnt mir, daß ich euch als Freund die Wahrheit sage.Der grosse Tag ist da, der Bern und euer Wohl,Mit Bitten oder Macht, stets billig, richten soll.Doch wünsch ich blieb er nur so lange noch entfernet,Bis ihr was Tugend sey, was eure Pflicht, gclcrnct.Noch kennt ihr beydes nicht. Und wünschet frey zu seyn?Wißt, Pflicht und Tugend nur muß dieses Glück verleih».Ein Lasterhafter kann zwar ohne Herrscher leben,Stolz ohne Ketten gehn, vor keinem Richtstuhl beben;Doch alles dieses ist der Freyheit kleinster Theil.Nur glcichgcthciltc Sorg um das gemeine Heil;Nur fromme Sicherheit, rechtschaffen ungezwungen,Nicht lmbclohnt zu seyn, und nie zur Lehr gedrungen,Der Wahrheit die man fühlt, nicht die der Priester sehn,Und für uns sehen will, frcymüthig nachzugchn:Nur unverfälschtes Recht, wenn ärmrc Bürger bitten.Nur ungestörte Wahl glcichgültgcr Mod' und Sitten;Nur unbcschimpste Müh, die nicht, statt Lohns Genuß,Der Grossen faulen Bauch mit sich ernähren muß;Nur schmeichelhafte Pflicht fürs Vaterland zu streiten,Statt eines Königes herrschsüchtgcn Eitelkeiten,