Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
377
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Aus der Berlinischen Zeitung vom Z. 1762. 377

Sie hat nicht nur schone Stellen; sie ist durchaus schön, und dieThränen eines fühlenden Lesers werden unser Urtheil rechtfertigen.Der Stof ist aus der Geschichte der mittlern Zeit genommen, (5swürde eine sehr trockene und überslüfiigc Untersuchung werden, daswahre und das erdichtete davon zu bestimmen. Wie leicht könnte eskommen, daß das letztere das erstere verschlänge? Noch thörigtcr würdees seyn, wenn wir den Jnnhalt hier verrathen wollten. Wir wollenden Lesern das Vergnügen das aus dem Unerwarteten entsteht ganzgönnen, und ihnen weiter nichts sagen, als daß es ein Trauerspielohne Blut, zugleich aber ein lehrendes Muster sey, daß das tragischein etwas mehr als in der blossen Vcrgicssnng des Bluts bestehe.Was für Stellungen! Was für ömpsindnngcn! Lisois, was für einCharakter! vs ist vicllcicht verwegen zu sagen, der Tichtcr habe sichselbst darinne übertreffen. Doch es sey verwegen; giebt es nicht auchverwegene Wahrheiten? - - Kostet in den Vossischcn Buchlädcn 6 Gr.

(19. ?cc.) Idomcneuö/ ein Trauerspiel des Hrn. Crebil-lon. Stralsund und Leipzig bey Joh. Jacob °Meitbrecht. 175?.Von dem Trauerspiele selbst ist nichts zu sagen. Wer kennt den blu-tigen Cothuru eines grausamen Crcbillon nicht? Die Uebcrsctznng istin reimlosen Zeilen, mit abwechselnder Vcrsart. Warum der Ueber-sctzcr den Reim verbannt habe, zeigt er in der Vorrede an: weilman mitten in dem Sturme der Leidenschaften stets durch seinwiderliches und unnatürliches Gerlapper erinnert werde/ mansey nur auf dem Schaupla-ze. Vortrcslichc Ursache! Hieraus würdefolgen, daß man mit verbundenen Augen in den Schauplatz gehenmüsse. Jedes Licht, jede Verzierung der Scenen, jede Verkleidungder Schauspieler, erinnert mich weit mehr, als der Reim, daß ichnur auf dem Schauplätze bin; indem alles, was ich mit den Augensehe, einen weit schärfern Eindruck macht, als was flüchtig durch dieOhren rauscht. Warum ist man nun nicht aufrichtig mit der Welt?Warum sagt man ihr nicht gleich? ich hatte große Lust dieses Trauer-spiel zu übersetzen, ich war aber zu faul oder zu ungeschickt, die Schwie-rigkeiten des Reims , so wie etwa Schlegel (stehe die Vorrede zu sei-nen theatralischen Werken) zu übersteigen; und habe also den Reiman Galgen heißen gehen. - - Ob er in der Wahl der jedesmaligenVerSart, sagt der Herr Ucbcrsctzcr, glücklich gewesen oder nicht, werdedie Aufführung dieses Stücks am besten zeigen können. Ins Ohr,

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