Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
393
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Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 1763. !M

Herr» Obcrconsistorialrachs undInspector Baumgartens. Ber-lin / zu finden bey seel. Ioh- Jac, Schüyens Wittwe. 1733. in 8v.14 Bogen- ^b wir gleich cm guten Schriften von der Erziehungkeinen Mangel haben, so ist doch auch die gegenwärtige nichts wenigerals übcrslüßig, weil Herr Engel, welches der Name des Verfassers ist,hin und wieder in der That neue Wege geht. Sie hat zween Theile,deren einer von der allgemeinen Rcitnr, der andre von der besondernNatur eines Kindes handelt. Man wird überall einen Schriftstellerwahrnehmen, welchem das Tcnkcn nicht fremd ist, und vielleicht denkter für manche nur allzuviel. So viel wollcu wir selbst gestehen, daßwir in dem Wahne sind, eine so gemeinnützige Materie müßc etwasfaßlicher abgehandelt werden. Er verbirgt sich oft in einem Manche,in welchem man ihn ganz und gar verlieren würde, wann sein Geistnicht ruckweise in prächtigen Flammen hervorbräche. Und eben dieserRauch ist cS, welcher uns verhindert, einen ordentlichen Auszug ausseiner Theorie mitzutheilen. Einzelc vortrcslichc Gedanken daraus an-zuführen, würde zwar sehr leicht seyn, aber eben deßwegen weil cS leichtist, wollen wir es nicht thun. Kostet in den Voßischcn Buchläden K Er.

(24. May.) Ccnic oder die Großmuth im Unglück/ ein mo-ralisches Stück der Frau von Grafigny, und Tat»/ ein Trauer-spiel des Herrn Addisons/ übersetzt von Luisen AdelgundenVictoricn Gottschedinn- Leipzig/ verlegts B. Ch. Breirt'opf1763. in 8v. 12 Bogen. Ccnic ist ein Meisterstück in dem Geschmackeder weinerlichen Lustspiele. Die Kunstlichter mögen wider diese Artdramatischer Stücke einwenden was sie wollen; das Gefühl der Leserund Zuschauer wird sie allezeit vertheidigen, wenn ihre Verfasser andersdas sanftere Mitleiden eben so geschickt zu erwecken wissen, als dieFrau von Erafigny. Sie hat an der Frau Gottschcdin die würdigsteUcbcrsetzcriun gefunden, weil nur diejenigen zärtliche Gedanken zärtlichvcrdollmctschcn tonne», welche sie selbst gedacht zu habe» sähig sind.Ihre Ucbersctzli»g war in Wien sehr fehlerhaft abgedruckt worden, undes ist ein Glück, daß die Fr. Professorin böse werden kann, sonstwürde» wir diese» richtiger» Abdruck nicht erhalten haben. Sie hatihre Ucbcrsctznng des Lato beygefügt, weil man sie nicht mehr habe»können. Kostet in den Voßischcn Buchladc» 5 Er.

(W. May.) Neue Erweiterungen der Erkenntniß und desVergnügens. Erstes Stück. Frankfurt und Leipzig bey Lan-

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