396 Ans der Berlinischen Zeitung vom I. 1753.
sönlichkcitcn, das Glück hatten in Paris verbothen, oder gar, wieman sagt, verbrannt zu werden. Der Ritter Mouhy , ein nachäffenderGeist, setzte bald daraus eine glücklich gewordene Bäuerin zusam-men; ein Buch welches einem Langeweile machen kan, wenn man keinehat. Wir haben eine deutsche Ucbcrsetzung davon, und auf dem Titelderselben wird, entweder ans einer albern Unwissenheit, oder ans einemsträflichen Betrüge, der Herr von Marivaur als Verfasser angegeben.Wenn etwa der, der uus hier mit einem glücklich gewordenen Sol-daten beschenkt, sich nur deswegen mit einem M°" anfängt, damiter den Pöbel seiner Leser zu einer gleichen Vcrmengnng verführenmöge; so muß man gestchen, daß dieser Kunstgrif ein wenig zu grobist. Wann er noch eben den ursprünglichen Witz, eben die Kenntnißder Welt, eben die Einsicht in die Geheimnisse des menschlichen Her-zens, und eben die Ecschicklichkcit im Erzählen und Schildern zeigte;so mochte es hingehen: allein wir besorgen, daß Leser von Geschmack,ihn eben so weit unter dem Mouhy finden werden, als Mouhy ui>ter dem Marivaur ist. Er giebt seine Geschichte für eine solche ans,die auf einem wahren Grunde ruhet; und der Hauptinhalt ist auchin der That so gemein, daß man seinem Vorgeben nicht sehr wider-sprechen wird. Sein Held schwinget sich aus einem bürgerlichen unddunkeln Geschlechte bis zur Stelle eines Obersten unter den Ingenieurs;und dieses durch seine Verdienste. Er gelangt zu einem ansehnlichenVermögen; und dieses durch seine gute Gestalt, und seine LicbShändel.Beydes ist ein Wunder, das noch ziemlich alltäglich zu seyn scheint.Doch wenn auch; es giebt eine Art auch die gemeinsten Umstände aufeine gewisse Art dem Leser so wichtig und so reitzcnd zu machen, daßer bey den ausscrordcntlichstcn Zufällen nicht aufmerksamer seyn würde.Aber zum Unglücke weis der Verfasser von dieser Art gar nichts; we-nigstens nichts mehr als ohngcfehr genug ist, die ailcrmüssigstcn Leutemit Müh und Noth um ein Paar lange Stunden zu bringen. Kostetin den Voßischcn Buchlädcn 4 Thl. 8. Er.
(18. Aug.) Die Fässer a» den Aönig von Preussen von deinHerrn von Voltaire , in 8vo ^ Bogen. Dieses Gedichte selbst istin seiner Grundsprache bekannt. Der llcbcrsctzcr, welcher sich R. Rchdcnennt, sagt, er habe sich bemüht, des Herrn von Voltaire französischeVerse in eben so viel deutsche zu bringen, ohne darüber einen Haupt-oder Ncbcnbcgrif, woraus der Dichter ciuigcu besondern Werth gelegt