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nicht mehr zweifelhaft, daß gerade dem System des großen Schottendie Idee einer prästabilierten Harmonie zugrunde liegt, die in seinen„Moral Sentiments“ (1789) am klarsten zutage tritt, aber auch seinem„Wealth of Nations“ (1776) durchzieht. Auch die Befolgung desEigennutzes, dessen Wirken er ja in seinem nationalökonomischenHauptwerke untersucht, führt zu einer (dem einzelnen unbewußten)Harmonie der gesellschaftlichen Beziehungen: „in der Verfolgungseines Nutzens wird (der Mensch) von einer unsichtbaren Hand ge-leitet, daß er den Zweck befördern muß, den er sich in keiner Weisevorgesetzt hat“. Die „unsichtbare Hand“ hatte schon in den „MoralSentiments“ ihr Wesen getrieben. „They (the riches) are led by aninvisible hand to make nearly the samedistribution of the necessariesof life which would have been made, had the earth been divided intoequal portions among all its inhabitants and thus without intend-ing it, without nowing it, advance the interest of the society.“ 32(Unterstreichung von mir.)
Und in den Nachfolgern wirkt derselbe Gedanke weiter: das vulgäreManchestertum bekommt erst einigen Sinn, wenn wir ihm diese An-lehnung an den physiokratischen „ordre naturel“ zubilligen.
Ich denke hier an einen Schriftsteller, wie Frederic ßastiat,und sein Hauptwerk, dessen Titel allein die Wesensart seines Denkenserkennen läßt. Die Überschrift des ersten Kapitels seiner „Harmo-nies economiques“, das im Januarheft 1 848 des „Journal des Econo-mistes“ erschien, trägt die programmatische Überschrift: „Orga-nisation naturelle et organisations artificielles“. Darin heißt cs u. a.:„II y a loin d’une Organisation sociale fondee sur les Iois generalesde l’humanite ä une Organisation artificielle, imaginee, inventee, quine tient aucun compte de ces lois, les nie ou les dedaigne, teile
derselbe, Untersuchungen über Adam Smith und die Entwicklung der politischenÖkonomie, 1891; James Bonar, Philosophy and Political Economy in someof their historical Relations, i 8 g 3 , 3 . ed. 1922; Götz Briefs, Untersuchungenzur klassischen Nationalökonomie, 1916; Th. Suranyi-Unger, Philosophie inder Volkswirtschaftslehre, 2 Bände, 1923 und 192 5 ; J. Jastrow , Naturrecht undVolkswirtschaft in den „Jahrbüchern für Nationalökonomie“, III. Folge, Band 71,1927.
8 * Adam Smith, W. of N„ Book IV, ch. 2 ; derselbe, Moral Sentiments,1. ed. pag. 351. _ ■ '