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Streichung von mir). Über diese „Bestimmung des Menschen“äußert sich Thiinen dann in einer im wesentlichen den Ideen derAufklärung entsprechenden Weise an einer anderen Stelle seinesWerkes 60 . Was er für den „gerechten“ („richtigen“) Arbeitslohnhält, hat er dann in seiner bekannten Formel yäTp ausgedrückt, woa den Bedarf, p das Erzeugnis einer vierköpfigen Arbeiterfamiliebezeichnet.
In der Liste, die Kautz aufgestellt hat, fehlen aber noch anderehervorragende Vertreter der richtenden Nationalökonomie auf sozial-rationalistischer Grundlage, obwohl ihre Werke im Jahre 1857 be-reits erschienen waren. Es sind, um nur die bedeutendsten zu nennen:
P. J. Proudhon (1809—1865), von dem vor allem das„Systeme des contradictions economiques“ (2 Vol. i 846 ) inFrage kommt;
Karl Rodbertus (i 8 o 5 —1875) mit seinen Schriften: Zur Er-kenntnis unserer sozialen Zustände (1842), Soziale Briefe anv. Kirchmann (i 85 o— i85i), Der Normalarbeitstag (1871).
Andere Klassiker dieser Richtung, die Kautz nicht berücksichtigenkonnte, weil ihre Werke noch nicht erschienen waren, sind:
M. Minghetli, Dell’ economia pubblicae delle sue affinenze collamorale e col diritto. i 85 g. 2' ed. 1868.
H. Baudrillart , Des rapports de la morale et de l’economiepolitique. 1860. 2 e ed. sous le titre: Philosophie de l’eco-nomie politique. 1888.
Was später noch geschrieben wurde, sind Epigonenwerke. Soalles, was wir unter dem Rubrum des (deutschen) Kathedersozia-lismus verzeichnen. Typisch für diese Art von Literatur ist das Werkvon Gustav Cohn, Grundlegung der Nationalökonomie (i 885 ),mit dessen saloppen Beweisführungen ich mich alsobald zu befassenhaben werde.
Überreste des sozialen Rationalismus finden wir übrigens in zahl-reichen, zeitgenössischen Werken verstreut. Meist ohne daß der Autoreine Ahnung hat von der Tragweite und der geistigen Herkunft
60 Joh. Heinr. v. Thurien, a. a. O. II, 2. S. gff.